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LeichlingenFDP beklagt Rückstand bei der Digitalisierung

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Leichlingen – Das geringe Interesse der Witzheldener Bürgerschaft an Internet-Anschlüssen über Glasfasern hat Netzbetreiber Novanetz und Stadtverwaltung wie berichtet überrascht. Den Leichlinger FDP-Vorsitzenden Lothar Esser aber nicht. In einer Stellungnahme zum drohenden Scheitern des Datennetzes kann der Liberale die Zurückhaltung der Einwohner im Höhendorf verstehen. Und er kritisiert eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen an die Bürger und der Digital-Politik der Stadt.

„Viele sind zufrieden“

„Das nicht vorhandene Interesse der Bürger Witzheldens an moderner Glasfasertechnologie mag auf den ersten Blick schockierend oder merkwürdig sein“, schreibt Esser, „auf den zweiten Blick jedoch wenig verwunderlich.“ Die Menschen hielten die Zukunftstechnologie, die durch ein flächendeckendes Glasfasernetz möglich wird, offenbar für wenig nützlich: „Viele sind mit dem jetzigen Status Quo zufrieden und fühlen sich damit offenbar wohl.“ Dabei spiele auch die Demografie eine Rolle: „Viele können mit modernen Streamingdiensten, die höhere Datenübertragungsraten erfordern, wenig oder nichts anfangen.“ Viele nutzten das Internet halt nur für E-Mails oder zum „googlen“, Smartphones vor allem als Telefon. „Wozu also dann 5G-Technologie, wozu Glasfaser mit Bandbreiten bis zu 1000 Mbit/s?“, fragt Ratsherr Esser.

FDP-Ratsherr Lothar Esser

Politik und Verwaltung, so sein Vorwurf, setzten zudem die falschen Signale. Die 5G-Technologie erlaube in Zukunft autonomes oder vollautomatisiertes Autofahren und attraktive Sharing-Dienste, die im ländlichen Bereich die Mobilität verbessern könnten. Doch sein 2018 eingereichtes Konzept mit Ideen wie einem Shuttledienst zur Schülerbeförderung oder zwischen Leichlingen und Witzhelden schlummere „in irgendeiner Schublade der Verwaltung“.

Veralteter Bürgerservice

Auch im Bürgerbüro würden die Weichen falsch gestellt. Statt den persönlichen Besuch im Rathaus durch Digitalisierung entbehrlich zu machen, würden die Servicezeiten ausgeweitet, sogar auf einen Samstag mit höheren Personalkosten: „Das ist Stillstand und rückwärtsgewandtes Handeln mit weniger Effizienz für deutlich mehr Geld“, beklagt Esser. „Wenn also Politik und Verwaltung im eigenen Handeln die Möglichkeiten moderner Technologie links liegen lassen, wie will man dann Aufgeschlossenheit der Bürger erwarten?“ fragt der FDP-Politiker: „Mit der Ausgabe eines iPads für die Ratsdienste ist es auf jeden Fall nicht getan.“