Abo

Kauf vollzogenVilla an der Schützenstraße gehört jetzt der Stadt Leichlingen

3 min
Nach langem Hin und Her ist der Kauf der Villa an der Schützenstraße vollzogen.

Nach langem Hin und Her ist der Kauf der Villa an der Schützenstraße vollzogen.

Das Haus, in dem Geflüchtete untergebracht sind, hatte sich zum Politikum entwickelt.

Nach langem Hin und Her ist der Kauf der Villa an der Schützenstraße vollzogen: Wie die Ratsfraktionen und Vertreter von SPD, Grünen, Bürgerliste, Volt und der Linkspartei mitteilen, sei „der Erwerb der Immobilie an der Schützenstraße durch die Stadt Leichlingen notariell abgeschlossen“.  In dem Gebäude, das den Brüdern Gereon und Raimund Schürmann gehört hatte, bringt die Stadt Geflüchtete unter.

Mit dem Vollzug endet die Diskussion über die Immobilie, die sich in den vergangenen Monaten zum Politikum entwickelt hatte. Im Herbst vergangenen Jahres, noch unter Bürgermeister Frank Steffes, hatte die Stadt den Vorschlag eingebracht, die Villa zu kaufen, die man bis zuletzt von den Brüdern gemietet hatte. Auch, um sie später, wenn sie nicht mehr für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt wird, für andere Zwecke zur Verfügung zu haben.

Dem stimmte der Rat mehrheitlich zu, die CDU enthielt sich damals, es gab noch Klärungsbedarf. Dann passierte erst einmal nichts. Im Mai dieses Jahres wollten die Christdemokraten den Kaufbeschluss dann aufheben. Das Gebäude sei zu teuer (1,5 Millionen Euro) und weise erhebliche Mängel auf, argumentierte die Fraktion. Zudem habe ein nicht näher genannter Insider behauptet, dass es im Gebäude schimmele. Das bestätigte sich bei einem Besuch zweier Redakteure unserer Redaktion im Haus nicht.

Einigung gefunden

Zuletzt hatte die Stadt noch versucht, den Kaufpreis zu drücken, was aus einem Schreiben der Brüder Schürmann an die Fraktionen von SPD, Grünen, Volt sowie die Vertreter von FDP und Linken hervorging. Diese Parteien sind die Befürworter des Kaufs, den CDU-Vorstoß zur Aufhebung des Kaufbeschlusses hatten die Parteien abgelehnt.

Jetzt haben sich die bisherigen Eigentümer und die Stadt aber offenbar geeinigt. SPD, Grüne, Volt, Linke und Bürgerliste kommentieren das so: „Das ist eine gute Nachricht für Leichlingen. Die Stadt gewinnt damit Planungssicherheit, sichert vorhandene Unterbringungskapazitäten und schafft zugleich eine langfristig nutzbare Grundlage für eine verantwortungsvolle Unterbringungsstrategie.“

Man habe darauf gedrängt, dass der Ratsbeschluss endlich umgesetzt werde. Denn die Stadt brauche gerade bei der Unterbringung von Geflüchteten „verlässliche, dezentrale und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen“, heißt es weiter. „Das Haus ist nutzbar, das Grundstück bietet Perspektiven und die Stadt investiert nicht nur in eine Zwischenlösung, sondern in eigenes Vermögen.“

Die Zahl der Geflüchteten stellt die Stadt Leichlingen seit Längerem vor Herausforderungen. Zuständig für die Verteilung der Schutzsuchenden auf die Kommunen ist die Bezirksregierung. Nach dem sogenannten Königsteiner Verteilungsschlüssel bekommt jede Gemeinde oder jede Stadt Menschen zugewiesen, die sie unterbringen muss. In Leichlingen hat die Verwaltung damit Schwierigkeiten, weil der Wohnraum in der Blütenstadt knapp ist. Zudem, so war aus dem Rathaus zu hören, sollen die Zuweisungen oft kurzfristig erfolgen. Die Stadt sieht im Kauf der Villa an der Schützenstraße eine Möglichkeit, um besser mit den Zuweisungen zurechtzukommen.