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Am BlockLinke wollen Entscheidung um Naturfreunde Leichlingen vertagen

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Ein Haus im Leichlinger Wald

Über das Gelände der Naturfreunde Leichlingen wird kontrovers diskutiert.

Für die Naturfreunde in der Blütenstadt geht es am Donnerstag im Rat um ihre Existenz.

Am kommenden Donnerstag, 30. November, entscheidet der Leichlinger Stadtrat über den Bebauungsplan Nummer 108 „Am Block“. Darin geht es um die Zukunft des Geländes der Naturfreunde Leichlingen „Am Block“ und damit letztlich auch um deren Zukunft. Die Leichlinger Linken wollen den Punkt nun ohne Aussprache von der Tagesordnung nehmen lassen, „um allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, sich auf ihre Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger zu besinnen und nach Lösungen zu suchen, die der Stadt nutzen und nicht schaden“.

Der Hintergrund: Die Duldung, die den Naturfreunden Leichlingen den Betrieb ihres Vereinsgeländes rund 20 Jahre lang erlaubt hatte, war ausgelaufen. Das Gelände, auf dem die Naturfreunde unter anderem 17 Camping-Stellplätze betrieben, liegt im Landschaftsschutzgebiet. Ein neuer Bebauungsplan sollte die Angelegenheit lösen. Die Naturfreunde hatte einen Flächentausch vorgeschlagen. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung hatten CDU, Grüne, FDP und die Bürgerliste Witzhelden aber gegen eine Änderung des B-Plans gestimmt. Sollte es im Rat auch so kommen, wäre die Nutzung des Geländes durch die Naturfreunde illegal. Die Existenz des Vereins steht auf dem Spiel.

Linke spricht von „Machtmissbrauch“

Schon nach der Sitzung hatten die Linken den Parteien Machtmissbrauch vorgeworfen. Auch die SPD hatte sich auf die Seite der Naturfreunde gestellt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass wohl mit dem Aus für die Naturfreunde Menschen obdachlos würden, die dort ohne angemeldeten Wohnsitz leben. Die CDU verwies dagegen auf die Aktenlage, nach der die Naturfreunde nicht wie vereinbart einen Bebauungsplan vorgelegt hätten, den sie auch selbst bezahlen müssten.

Klaus Reuschel-Schwitalla, Ratsmitglied der Linken, lässt sich in einer Pressemitteilung zitieren: „Zahlreiche Fragen sind offengeblieben. Es könnten erhebliche Schadenersatzforderungen gegen Stadt entstehen. Dabei geht es sowohl um mögliche Ansprüche aus dem Bundesnaturschutzgesetz der Naturfreunde als auch um möglichen Schaden für die Crew, welche an dem Standort gebundene Fördermittel bekommt.“ Der Freizeitverein Crew hatte Am Block eine Zeit lang mit den Naturfreunden zusammengearbeitet, beide Parteien waren jedoch in einen heftigen Streit geraten.

Die Linke fürchtet nun, dass dieser Streit durch die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses weiter eskalieren könne. Bürgerinnen und Bürger erwarteten vom Stadtrat, „Naturschutz, Jugendarbeit, Kultur und Tradition in Leichlingen zu erhalten und nicht zu zerstören“, so die Linken, die jetzt einen Runden Tisch in der Sache vorschlagen.