Weitere 600.000 Euro musste der Stadtrat für die Sanierung der Grundschule im Stadtzentrum genehmigen. Das geht zulasten eines Projekts im Höhendorf.
Schulbau in LeichlingenSanierung der GGS Büscherhof wird noch mal teurer – Ärger in Witzhelden

Die Sanierung der Grundschule Büscherhof kostet 600.000 Euro mehr.
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Martin Steinhäuser war hörbar angefressen: „Mich ärgert diese Vorlage“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste am Donnerstag im Leichlinger Stadtrat. Der Grund für seinen Frust: Die Stadt braucht weitere 600.000 Euro, um die Sanierung der Grundschule Büscherhof abzuschließen und nimmt dafür Geld, das eigentlich für die Sanierung des Sportplatzes in Witzhelden vorgesehen war.
Die Sanierung der Grundschule ist das derzeit größte laufende Investitionsprojekt der Stadt, wie Kämmerer Michael Knabbe schon im Haupt- und Finanzausschuss mitgeteilt hatte. Insgesamt wird die Sanierung die Stadt in Summe mehr als 20 Millionen Euro kosten. Im Sommer soll die Schulgemeinschaft einziehen. Damit das aber auch gelingt, müsse der Rat die weiteren 600.000 Euro bereitstellen, wie Ralf Gawlik, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, sagte.
Der Grund für die erneute Kostensteigerung liege darin, dass „Gewerke nicht sauber ausgeführt“ worden seien, sagt der Verwaltungsangestellte. Die Stadt schreibt in ihrer Vorlage: „Ein wesentlicher Kostenanteil ergibt sich aus notwendigen Ersatzmaßnahmen zur Sicherstellung der Bauausführung. Hierzu zählen insbesondere zusätzliche Leistungen durch Drittunternehmen, die erforderlich wurden, um ausstehende oder nicht vertragsgerecht erbrachte Arbeiten fertigzustellen und Verzögerungen im Bauablauf zu vermeiden.“
Verzögerung würde Kosten verursachen
Das Geld muss die Stadt unter anderem für Gutachter und brandschutztechnische Berater, für weitere Planungsleistungen, für die Überarbeitung von Antragsunterlagen und auch für die Verlängerung der Baustelleneinrichtung (Sanitäranlagen, Zäune, Absperranlagen) aufwenden. Das Geld diene also nicht dazu, das Projekt grundsätzlich zu ändern, sondern dazu, fertig zu werden: „Eine weitere Verzögerung würde voraussichtlich zusätzliche Kosten verursachen und die zeitnahe Nutzung der erweiterten Schulflächen beeinträchtigen.“ In einzelnen Bereichen habe man sich für Lösungen entschieden, die zwar teurer seien, aber schneller.
Damit hatte Martin Steinhäuser auch kein Problem. Eher damit, dass das Ganze „zu Lasten des Sportplatzes in Witzhelden“ geht, wie auch Bürgermeister Maurice Winter in seiner Einleitung gesagt hatte. Zumal die Vorlage recht kurzfristig gekommen sei, so Steinhäuser. Im Finanzausschuss am Montag hatte der Kämmerer zwar angekündigt, dass so eine Vorlage kommt, im Überblick über die Finanzlage der Stadt allerdings mitgeteilt, dass keine außerplanmäßigen Aufwendungen nötig seien. Mindestens „suboptimal“ nannte Steinhäuser diese Kommunikation. Auch für die SPD um ihren Fraktionsvorsitzenden Dominik Laufs habe sich ein Störgefühl entwickelt.
Für die Stadtverwaltung ist die Lösung, das Geld aus dem Witzheldener Projekt, allerdings naheliegend. Denn man könne die Sanierung des Sportplatzes in Witzhelden dieses Jahr gar nicht mehr umsetzen, wegen Personalproblemen im Tiefbauamt. „Eine Ausschreibung in diesem Jahr sehe ich nicht“, sagte Fachbereichsleiter Tycho Kopperschmidt. Der wurde bei seinen Ausführungen sogar recht emotional. Er warb um Verständnis für die personelle Lage der Stadt.
Die CDU um Silvia Pallenberg sprang der Verwaltung zur Seite. Man habe ohnehin keinen Spielraum in der Sache, sagte sie. Wenigstens sei für das Sportplatz-Projekt noch so viel Geld übrig, dass die Planungen weitergehen könnten. Das hatte auch Maurice Winter angekündigt. Auch wenn ihr das für Witzhelden ebenso weh tue. Damit die Sanierung des Sportplatzes im kommenden Jahr umgesetzt werden kann, müssen dafür Mittel in den Haushalt 2027 eingestellt werden.
