Abo

Rheinisch-Bergischer Kalender 2023Neues Jahrbuch bietet Streifzüge und Porträts

3 min
Landrat Stephan San­tel­mann, Claudio Heider, Hans-Mar­tin Heider, Karin Grunewald und Charlotte Loesch stehen nebeneinander mit einem Kalender-Exemplar auf einer Empore.

Landrat Stephan San­tel­mann (v. l.) hat zusammen mit Claudio und Hans-Mar­tin Heider, Redakteurin Karin Grunewald und Kulturreferentin Charlotte Loesch den neuen Rhei­nisch-Ber­gi­schen Kalender vor­ge­stellt.

Sammlerobjekt für Heimatfreunde: Der Rheinisch-Bergische Kalender 2023 bietet 33 Streifzüge und Porträts aus der Region – von der Blaumeise bis Beethoven. 

Eine im Bergischen beheimatete Blaumeise schmückt das Titelbild des Rheinisch-Bergischen Kalenders 2023, der ja eigentlich kein Kalendarium ist, sondern ein bergisches Lese-, Schmöker- und Verschenkbuch. Und ein Sammlerobjekt unter Heimatfreunden.

Der neue Kalender aus dem Heider-Verlag in Bergisch Gladbach ist 280 Seiten dick und in der 93. Ausgabe seit 1920 erschienen. In seinen 33 reich illustrierten Beiträgen von 27 Autorinnen und Autoren geht es um Historisches, um Wirtschaft und Kultur, um sportliche Leistungen und Wunder der Natur – wie die Künste der kleinen Blaumeise.

Blaumeise auf dem Titelbild des Rheinisch-Bergischen Kalenders 2023.

Blaumeise auf dem Titelbild des Rheinisch-Bergischen Kalenders 2023.

Kalender-Redakteurin Karin Grunewald berichtet über zwei Segelflieger aus Wipperfürth. Andreas Heider schildert die Eindrücke der Helfer bei einer Kitzrettung. Elli Riesinger schreibt über die Erfolge der Gladbacher Basketballerinnen Rheinland Lions. Edmund Ruppert stellt Fechtolympiasieger Dr. Arnd Schmitt vor, der nun als Zahnarzt in Bensberg praktiziert.

In die Leichlinger Historie taucht Autor Siegfried R. Schenke mit seinem Beitrag über den „Bergischen Beethoven“ Johann Wilhelm Wilms ein. Der vor 250 Jahren in Witzhelden geborene Musiker erlebte in seinem Jubiläumsjahr 2022 ja eine wahre Renaissance in den Konzertsälen. Der nach Amsterdam ausgewanderte Küstersohn, der im Wettbewerb um die Nationalhymne der Niederlande 1816 sogar die beiden ersten Preise zuerkannt bekam, wird als „zu Unrecht fast vergessener Komponist“ wieder lebendig.

Porträtzeichnung von Johann Wilhelm Wilms

Der "Bergische Beethoven" Johann Wilhelm Wilms aus Witzhelden.

Die Burscheider Autorin Anja Wollschlaeger beleuchtet die Medienlandschaft im Rheinisch-Bergischen Kreis und gibt einen Überblick über die lokalen Informationsquellen vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ über den Lokalsender Radio Berg bis zu privaten Facebook-Gruppen.

Historische Anekdoten

Olaf Link überschreitet die Kreisgrenze und besucht den aus dem 18. Jahrhundert stammenden protestantischen Friedhof in Solingen-Unterburg. Marie-Luise Mettlach aus Burscheid blättert in historischen Originaldokumenten des Odenthaler Gerichtsschreibers von Haus Strauweiler. Peter Winzen geht auf das Lebensschicksal des Gladbacher SPD-Politikers und Ehrenbürgers Peter Walterscheidt ein, den die Nationalsozialisten demütigten.

Schwarz-Weiß-Foto von 1933: Arbeitsamtsdirektor Peter Walterscheidt wird in der Bergisch Gladbacher Hauptstraße von SA und NS öffentlich verhöhnt.

13. März 1933: Arbeitsamtsdirektor Peter Walterscheidt (mit Schild) wird in der Bergisch Gladbacher Hauptstraße von SA und NS öffentlich gedemütigt.

Michael Werling erinnert an den Büstengarten der Familie Zanders. Aus Kürten-Delling bringt Otto Dinger Episoden zu Haus Berkey und zum Gasthaus In der Delling. Die Jahreschronik verantwortet wie in den vergangenen Jahren Guido Wagner.

„Entdeckungen gibt es bei den Beiträgen immer“, berichtete Karin Grunewald aus ihrer Arbeit. Das gelte zum Beispiel für den Beitrag von Autor Michael Corts über einen Efeusammler und den Bericht über die drei Schuhmachermeister der Familie Rodehüser. „Das sind ja Dinge, über die sonst gar nicht berichtet wird.“ Es sei erstaunlich, was es alles im Kreis gebe. „Ich bin begeistert“, fand Landrat Stephan Santelmann beim ersten Durchblättern. „Ganz viele Menschen freuen sich auf den Kalender.“ Er sei das Markenzeichen für Rhein-Berg.

„Zum Glück haben wir im vergangenen Jahr direkt zugeschlagen und das Spezialpapier für den Kalender gekauft“, berichtete Verleger Hans-Martin Heider bei der Präsentation des Sammelbandes. Ansonsten wäre aus Papiermangel ein Erscheinen des Buches womöglich schwierig geworden. Die steigenden Beschaffungskosten sind auch für den von 15,90 auf 17,50 Euro steigenden Verkaufspreis des Kalenders verantwortlich. Die Ausgabe 2022 war restlos verkauft.