Die Verwaltung will sich ein langfristiges Konzept von der Politik absegnen lassen.
Platz ist knappWas die Stadt Leichlingen zur Unterbringung von Geflüchteten plant

Als dauerhafte Lösung für die Unterbringung von Geflüchteten sieht die Stadt die Villa an der Schüteznstraße nicht.
Copyright: Thomas Käding
491 Geflüchtete sind derzeit in städtischen und angemieteten Unterkünften in Leichlingen untergebracht, das entspricht 86 Prozent der vom Land vorgegebenen Erfüllungsquote. Demnach muss die Stadt noch 67 Menschen aufnahmen. Das ist allerdings weiterhin schwierig, es fehlen Unterkünfte in Leichlingen. Die Stadt macht der Politik deshalb einen Vorschlag: Die Mandatsträger sollen beschließen, die Fläche hinter dem ehemaligen Hallenbad für eine Containeranlage herzurichten und ein Konzept vorzubereiten, was vorsieht, Geflüchtete in Wohngebäuden unterzubringen, die danach für Sozialwohnungen genutzt werden sollen.
Die Verwaltungsvorlage steht auf den Tagesordnungen von Infrastruktur-, Mobilitäts- und Bildungsausschuss, des Haupt- und Finanzausschusses und final des Rates (30. April). 451 Menschen sind derzeit in städitschen Unterkünften untergebracht, für 40 Personen hat die Stadt Räume angemietet (Am Büscherhof und in der Schützenstraße). Die Stadt geht in ihren Ausführungen von etwa 15 bis 20 Zuweisungen durch das Land im Monat aus, dem entgegen verlassen eine bis drei Personen die Unterkünfte im Monat. Den tatsächlichen Nettozuwachs beziffert die Stadt auf zwölf bis 19 Menschen.
Bis zum 30. Juni komme so ein Zuwachs von 36 bis 57 Personen zustande. An diesem Tag laufe auch der Mietvertrag mit den Eigentümern der Villa an der Schützenstraße 11 aus, wo derzeit 19 Menschen leben. „Daraus ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf von insgesamt 55 bis 76 Plätzen.“
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Stadt Leichlingen will langfristiges Konzept
Auch die Oskar-Erbslöh-Straße werden „perspektivisch wegfallen“ und die Unterkunft an der Friedensstraße 4 müsse saniert werden, dort leben derzeit 59 Menschen. Ein Jahr stehen die Räume laut der Stadt wegen der Sanierung nicht zur Verfügung. Das System werde also noch zusätzlich unter Druck geraten. Deshalb folgert die Verwaltung deutlich: „Vor diesem Hintergrund lautet die zentrale politische Frage nicht, ob zusätzliche Kapazitäten benötigt werden, sondern wie und in welcher Struktur diese geschaffen werden.“
Wohnhäuser wie die Schützenstraße 11 hält die Stadt für nicht besonders geeignet: „Die Nutzung ist unflexibel, die Belegung schwer steuerbar, die Bewirtschaftung aufwendig und es kommt regelmäßig zu Konflikten im Umfeld.“ Das ändere sich auch nicht, wenn man die Immobilie kaufe, so die Stadt. Aber: Der Eigentümer sei grundsätzlich bereit, den Mietvertrag zu verlängern und der Kaufpreis habe sich reduziert. Deshalb will die Stadt die Schützenstraße 11 befristet weiter nutzen, um kurzfristige Engpässe zu überbrücken. Aus den genannten Gründen stelle der Standort jedoch keine dauerhaft Lösung dar.
Deshalb will die Stadt so vorgehen: Zuerst soll eine Containeranlage hinter dem ehemaligen Hallenbad errichtet werden. 50 bis 60 Plätze verspricht sich die Stadt davon. Damit könne man den „unmittelbaren Bedarf nahezu vollständig“ decken. Das sei die schnellste und effektivste Lösung – wegen der zentralen Lage, der vorhandenen Infrastruktur und der planungsrechtlichen Möglichkeiten. „Ohne diese Maßnahme besteht kurzfristig keine realistische Möglichkeit, den Bedarf strulturiert zu decken.“
Dann will die Stadt die Fläche Am Block vorbereiten. Die wolle man nicht sofort entwickeln, man wolle erst auf sie zurückgreifen, wenn es trotz der Anlage am alten Hallenbad nicht reiche oder zusätzlicher Bedarf entstehe. Davon erhofft sich die Verwaltung Flexibilität; gleichzeitig seien die Pläne dann nicht überdimensioniert. Parallel dazu soll die Villa an der Schützenstraße weiter genutzt werden, „um den Übergang zu erleichtern und kurzfristige Engpässe zu vermeiden“ – allerdings nur als Übergangslösung, betont die Stadt erneut.
Langfristig müsse aber das Ziel sein, Wohngebäude zu bauen, die, wenn die Geflüchtetenzahlen sich reduzieren, in den Wohnungsmarkt überführt werden können. So schaffe man „nachhaltige Strukturen“ statt Übergangslösungen. „Insbesondere die Umwandlung in sozial geförderten Wohnraum stellt einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarktes dar.“

