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Nach ExplosionMieter verprügelt seinen Nachbarn

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Leichlingen – Während rund um den Unglücksort die Gerüchteküche brodelt und bereits von einem Mordanschlag die Rede ist, scheinen die wahren Hintergründe der Explosion in einem Wohnhaus am Leichlinger Busbahnhof am Dienstagabend sehr viel undramatischer zu sein. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen hatte sich in der Wohnung möglicherweise ein Schwelbrand entwickelt, der vom Mieter zunächst unbemerkt blieb. Erst als seine Frau und sein Sohn gegen 19.30 Uhr zurückkehrten und die Tür öffneten, kam es durch den einströmenden Sauerstoff offenbar zu einer Zündung der Rauchgase.

„Es gab einen Riesenknall, und im nächsten Moment flogen Fensterscheiben und Trümmerteile durch die Gegend“, berichtete ein Augenzeuge dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Mann, der anonym bleiben möchte, hielt sich zu dem Zeitpunkt im Kiosk im Erdgeschoss des Eckhauses Am Stadtpark/Schillerstraße auf. Aus der Wohnung im ersten Obergeschoss seien Flammen geschlagen und dichte Rauchwolken gedrungen.Sekunden später sei der Mieter mit Frau und Sohn aus der Haustür ins Freie gerannt. Dort trafen sie auf Karl-Heinz S.. Der 51-Jährige bewohnt den Anbau an der Schillerstraße, der denselben Eingang wie das Eckhaus hat. Hermes P., 36, habe sich sofort auf seinen Nachbarn gestürzt und ihn lautstark beschuldigt, eine Bombe in seiner Wohnung gezündet zu haben. Dann habe er Karl-Heinz S. mit mehreren Fausthieben niedergeschlagen und auf ihn eingetreten. Der 51-Jährige musste später mit schweren Verletzungen zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Dort befindet sich auch Hermes P., der eine Rauchvergiftung erlitten hatte. Seine 27-jährige Frau und der zwölf Jahre alte Sohn blieben unverletzt. Sie sind vorerst bei Verwandten untergekommen, weil ihre Wohnung ausgebrannt und unbenutzbar ist, wie die Polizei mitteilt. Das gesamte Haus mit dem Kiosk und einem Pizzadienst im Erdgeschoss wurde gesperrt. Ein Brandermittler der Kripo hat gestern Nachmittag mit der Suche nach der Explosionsursache begonnen, erste Erkenntnisse werden aber erst Donnerstag erwartet. Zwischen Hermes P. und Karl-Heinz S. ist es in der Vergangenheit wiederholt zu Auseinandersetzungen gekommen, die gelegentlich auch die Behörden auf den Plan gerufen haben, bestätigte Polizeipressesprecher Peter Raubuch. Der Augenzeuge, der nicht namentlich genannt werden möchte, berichtete darüber hinaus, dass die Streitigkeiten sich nicht allein auf Karl-Heinz S. beschränkt, sondern auch weitere Nachbarn betroffen hätten.

Die Schläge und Tritte, die sein Bekannter eingesteckt habe, seien so heftig gewesen, dass er dem Notarzt zunächst weder seinen Namen noch seine Adresse sagen konnte. „Ich versuche jetzt mal herauszufinden, in welchem Krankenhaus der Kalle liegt und wie es ihm geht. Ich mache mir nämlich ernsthafte Sorgen um ihn“, sagte der Zeuge. Zur Höhe des entstandenen Sachschadens liegen noch keine Angaben vor.