Bei der ersten Zukunftswerkstatt der Sekundarschule Leichlingen standen nicht Baupläne im Mittelpunkt, sondern die Erfahrungen der Menschen, die die Schule täglich nutzen.
ZukunftswerkstattSekundarschule Leichlingen: Welche Schule braucht die Stadt?

Welche Räume braucht eine moderne Schule? Barbara Wacker und Derya Gökce diskutierten diese Frage gemeinsam mit Eltern, Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften.
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Kaum haben die Teilnehmenden im Klassenraum Platz genommen, geht es auch schon wieder los. In kleinen Gruppen ziehen sie durch Flure, Fachräume und Verwaltungsbereiche der Sekundarschule Leichlingen. In der Hand halten sie Bögen mit QR-Codes, über die sich an jeder Station Fragen zum jeweiligen Raum aufrufen lassen. Wie vielfältig kann hier gearbeitet werden? Was ist unverzichtbar? Was fehlt? Und was sollte bei einem möglichen Neubau unbedingt mitgedacht werden? Die Antworten können direkt per Smartphone eingetragen werden.
Die Idee hinter dem Format kommt bei vielen gut an. Eindrücke werden dort festgehalten, wo sie entstehen. Im Sekretariat sind es ergonomische Arbeitsplätze, im Schulleitungsbüro die Lichtverhältnisse, in den Fachräumen die Ausstattung und Nutzungsmöglichkeiten.
Der Rundgang liefert dabei weniger ein großes Gesamturteil als viele einzelne Beobachtungen. Einige Bereiche wirken funktional und eingespielt, andere zeigen deutlich, dass das Gebäude in die Jahre gekommen ist. Vor allem die technische Ausstattung entspricht nicht überall heutigen Anforderungen. Auch das Lehrerzimmer fällt auf. 78 Lehrkräfte arbeiten an der Sekundarschule Leichlingen. Der vorhandene Raum wirkt entsprechend eng und an einigen Stellen improvisiert.
Zwischen Kritik und Neubauplänen
Für einen der Besucher steht nach dem Rundgang fest: „Ich hätte nicht gedacht, dass es hier so schlimm aussieht. Besonders das Lehrerzimmer und der Informatikraum haben mich schockiert.“ Solche Eindrücke fließen ebenso in die anonyme Auswertung ein wie die vielen kleineren Rückmeldungen, die während des Abends gesammelt werden.
Die Zukunftswerkstatt ist eingebettet in die laufenden Planungen für das künftige Schulzentrum. Mehrere Varianten werden derzeit diskutiert, und es wird geklärt, welche Lösungen auf dem bestehenden Gelände überhaupt umsetzbar sind. Die Sekundarschule spricht sich dabei für ein kompaktes Schulzentrum mit kurzen Wegen aus. „Wir wünschen uns ein Schulzentrum, das für alle gleichberechtigt ist“, betont Schulleiterin Derya Gökce bereits im Sonderausschuss. Zu den Gästen des Abends gehört auch Roswitha Süßelbeck, die den Prozess im Sonderausschuss begleitet.
Welche Räume braucht modernes Lernen?
Die Zukunftswerkstatt soll deshalb nicht allein Mängel dokumentieren, sondern vor allem Antworten auf die Frage liefern, welche Räume modernes Lernen künftig braucht. „Wir müssen kritisch schauen, was für die pädagogische Arbeit unverzichtbar ist. Wo liegen aktuell die Grenzen?“, sagt Derya Gökce. Die Sekundarschule setzt auf gemeinsames Lernen, individuelle Förderung und unterschiedliche Unterrichtsformen. Lernzeiten, Gruppenarbeit und Doppelbesetzungen gehören zum pädagogischen Alltag. Für diese Konzepte werden künftig flexible Räume und zeitgemäße Arbeitsbedingungen benötigt. „Ich bin stolz darauf, dass die Sekundarschule so gut angenommen wird. Aber wir werden immer größer und platzen aus allen Nähten“, sagt Derya Gökce über die Entwicklung der Schule, die sie seit 2016 begleitet.
Mit dem ersten Rundgang ist noch längst nicht Schluss. Die Ergebnisse werden anonym ausgewertet und in zwei weiteren Treffen vertieft. Der zweite Termin ist für den 30. September geplant. Parallel arbeitet das beauftragte Architekturbüro an einer Machbarkeitsstudie für das künftige Schulzentrum. Erste Massenmodelle sollen Ende September vorgestellt werden.
