Erstmals berät am Dienstagabend der neue Sonderausschuss Schulzentrum über die Zukunft des Standorts. Drei Varianten liegen auf dem Tisch.
StadtentwicklungLeichlingen sucht den Weg fürs Schulzentrum

Sanierungsbedürftig und teilweise belastet: Das Schulzentrum Am Hammer soll in den kommenden Jahren schrittweise neu aufgebaut werden.
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In dieser Woche ist der Startschuss gefallen: Der Sonderausschuss Schulzentrum begleitet nun eines der größten Projekte der Stadt. Das Gremium soll die Neuplanung des Schulzentrums Am Hammer steuern – eine Aufgabe, die sich über Jahre ziehen wird. Auslöser ist die PCB-Belastung, insbesondere in der Sekundarschule. Inzwischen ist klar: Es geht nicht nur um einzelne Maßnahmen, sondern um die Neuaufstellung des gesamten Standorts. Frederic Weingarten, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technische Universität Dortmund und Experte für Bauprojektmanagement, stellte in der Sitzung noch einmal alle Pläne vor.
Mehr als ein Schadstoffproblem
Die Anlagen sind energetisch ineffizient, die Technik ist veraltet, viele Strukturen passen nicht mehr zum heutigen Schulbetrieb. Gleichzeitig fehlen Flächen: Unterrichtsräume, Sporthallen, Mensa und Aula sind nicht ausreichend vorhanden. Der Bedarf wird aktuell nicht gedeckt. Deshalb wird nicht mehr nur über Sanierung gesprochen. Die Planungen gehen inzwischen von einem schrittweisen Neubau des gesamten Standorts aus.
Ein zentraler Punkt: Der Schulbetrieb läuft weiter. Das hat direkte Folgen für den Bauablauf. Abriss, Neubau und Umzüge müssen aufeinander abgestimmt werden. Einzelne Aktionen greifen ineinander und lassen sich nicht unabhängig voneinander umsetzen. Ein Beispiel: Die alte Sekundarschule kann erst abgerissen werden, wenn Ersatz geschaffen ist. Gleichzeitig braucht dieser Neubau Platz – Fläche, die zunächst organisiert werden muss. Deshalb sind vorbereitende Schritte nötig, etwa provisorische Flächen für Stellplätze.
Drei Varianten im Rennen
Von ursprünglich fünf Varianten werden aktuell noch drei weiterverfolgt: B1 – Kompaktes Schulzentrum: Alle Neubauten entstehen auf dem bestehenden Gelände. Der Ablauf erfolgt in mehreren Bauabschnitten, begleitet von Interimslösungen wie Containerklassen für die Oberstufe.
B2 – Nutzung des REWE-Geländes: Das Schulzentrum wird um eine zusätzliche Fläche auf der gegenüberliegenden Straßenseite erweitert. Viele Details sind hier noch offen, da das Grundstück nicht der Stadt gehört.
B3 – Neubau der Sekundarschule auf der Sporthallenfläche: Zunächst wird eine Sporthalle abgerissen, um Platz für die neue Sekundarschule zu schaffen. Die weiteren Schritte folgen anschließend. Diese Variante gilt derzeit als die schnellste.
Lange Laufzeit, viele Abhängigkeiten
Keine der Varianten ist kurzfristig umsetzbar. Die Bauzeit liegt – je nach Modell – bei rund neun bis zehn Jahren. Der Grund sind die vielen Verknüpfungen im Ablauf: Neubauten, Umzüge und Rückbau müssen koordiniert werden. Parallel wird das Raumprogramm weiter überprüft. Daraus ergeben sich Kosten- und Terminplanungen, die noch nicht endgültig feststehen.
Die Varianten werden anhand mehrerer Kriterien bewertet: Kosten, Förderfähigkeit, Zeitplan, Nachhaltigkeit und schulorganisatorische Abläufe. Ein klares „richtig“ oder „falsch“ gibt es nicht. Jede Lösung hat Vor- und Nachteile. Die zentrale Frage lautet deshalb: Welche Variante ist unter den gegebenen Bedingungen die tragfähigste?
Ausschuss soll den Prozess bündeln
Die Themen werden nun in die Fraktionen getragen. Künftig sollen auch Schülerinnen und Schüler aber auch Elternvertreter stärker eingebunden werden. Geplant ist die Beteiligung des Kinder- und Jugendparlaments sowie von Schülersprecherinnen und Schülersprechern. Alle drei Varianten werden weiter ausgearbeitet. Ziel ist es, belastbare Grundlagen für eine Entscheidung zu schaffen. Der Sonderausschuss kommt in diesem Jahr noch mehrfach zusammen, der nächste Termin ist der 23. Juni.
