Verzicht auf WahlempfehlungGrüne verhelfen keinem Kandidaten zum Bürgermeister

Der Bürgermeister-Kandidat der Grünen, Jürgen Langenbucher, hatte 2041 Stimmen bekommen, die bei der Stichwahl neu vergeben werden.
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Leichlingen – Vom Votum der grünen Wählerschaft wird es am 27. September vermutlich entscheidend abhängen, wer am kommenden Sonntag bei der Stichwahl zum Leichlinger Bürgermeister gewählt wird. Denn die Bürgerinnen und Bürger, die beim ersten Wahlgang am 13. September dem Grünen-Kandidaten Jürgen Langenbucher ihre Stimme gegeben haben, müssen sich entscheiden, welchen der beiden im Rennen verbliebenen Spitzenkandidaten sie nun wählen, Frank Steffes (SPD) oder Maurice Winter (CDU). Mit einiger Spannung war deshalb erwartet worden, ob der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen eine Wahlempfehlung für seine Anhänger abgeben und dadurch einen der beiden Kandidaten öffentlich unterstützen würde.
Das tun sie nicht! Wie die Leichlinger Grünen am Sonntagabend mitteilten, sprechen sie für die Stichwahl keine Empfehlung für einen der beiden verbliebenen Bewerber aus.

Der amtierende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Wolfgang Müller-Breuer
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Das begründen sie damit, dass sie ihre Wählerschaft für mündig genug halten, selbst zu entscheiden, wer die Stadtverwaltung leiten und dem Rat vorsitzen soll. „Wir glauben nicht, dass unsere Wählerinnen und Wähler unseren Rat brauchen, um ihre Entscheidung zu treffen“, erklärte Wolfgang Müller-Breuer, der amtierende Fraktionsvorsitzende der Grünen. Beim ersten Wahlgang am 13. September hatte wie berichtet keiner drei Kandidaten die erforderliche Mehrheit von mehr als 50 Prozent bekommen.
2041 Stimmen
Jürgen Langenbucher hatte 14,55 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bekommen, dahinter verbergen sich 2041 Wählerinnen und Wähler, die am 27. September nun entweder SPD-Amtsinhaber Frank Steffes ankreuzen können, den auch Die Linke unterstützt, oder Maurice Winter, den CDU und FDP nominiert haben. Steffes lag mit 45,8 Prozent im ersten Wahlgang deutlich mit 860 Stimmen vor Winter, der 39,7 Prozent bekam.
Offen lassen die Grünen derzeit noch, mit wem sie sich an einem Mehrheitsbündnis im neuen Stadtrat beteiligen werden. Dort spielen sie mit ihrer von drei auf fünf Mitglieder erstarkten Fraktion ebenfalls eine entscheidende Rolle.
Gespräche über ein Bündnis
Dass sie verlässliche Mehrheiten in einem Bündnis anstreben, auch um ihre eigenen politischen Positionen durchsetzen zu können, lassen sie aber bereits durchblicken: „Zu Gesprächen über eine mögliche Zusammenarbeit in der kommenden Ratsperiode ist die grüne Fraktion bereit“, sagte Müller-Breuer am Sonntag.
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Darüber werde eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 7. Oktober beraten, bei der das Vorgehen diskutiert werde. Rechnerisch kommen sowohl Bündnisse von SPD, Grünen und Linken (Rot-Rot-Grün) in Frage als auch „Jamaika“ mit Grünen, CDU und FDP.



