50 Jahre ist es her, da stand Manfred Gottschalk schon einmal mit seiner Band „The Dream“ im Lindenhof in Manfort auf der Bühne – das Haar lang und lockig, Hosen mit Schlag. 1970 schrieb die Kölnische Rundschau: „Manfred Gottschalk (17), Sologitarre, Schüler in der Unterprima des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, überzeugter Pazifist, möchte gerne Kunst studieren“.
Übrig geblieben von der Urbesetzung der Band ist nur Gottschalk. Doch auch die ehemaligen Bandmitglieder spielen hin und wieder mal mit, sagt er. Heute besteht „The Dream“ aus Matthias und Manfred Gottschalk, Paul Brodkorb und Christoph Stupp, die am Samstag das 50-jährige Bestehen der Band im Lindenhof mit 600 Zuschauenden feierten.
„Der Hauptschwerpunkt war immer die Musik der 60er und 70er Jahre. Wir spielen immer noch viel Beatles, Beach Boys und Stones“, erzählt Gottschalk und blättert dabei in einem abgenutzten Ordner. Handschriftlich sind auf das vergilbte Papier Liedtexte gekritzelt worden. Hin und wieder liegen ein paar Texte, säuberlich mit Schreibmaschine getippt, dazwischen. Musikalisch ist sich The Dream treu geblieben. Auch zum Jubiläumskonzert im Lindenhof greift die Band auf ihr Repertoire von den 60er Jahren bis hin in die 90er zurück – getanzt wurde schon beim ersten Song. „Wir wissen, dass es gut ist, wenn alle tanzen“, freut sich Paul Brodkorb, der mit Gottschalks Bruder Matthias vor 36 Jahren zur Band gestoßen ist. „Wir haben im Laufe der Jahre festgestellt, je älter die Leute sind, desto besser ist die Stimmung“, so Brodkorb.
Insgesamt 40 Lieder haben sie für den Abend vorbereitet, einige wurden von Gastmusikern von Peter Lorenz und seiner Band begleitet sowie von den Allerwertesten. 280 Lieder könne die Band spielen, sagt Gottschalk. Das größte Problem sei es gewesen, daraus vierzig auszuwählen.
Ilse Fambach-Fuß hörte die Band am Samstag zum ersten Mal. „Das ist Musik, mit der die meisten hier im Raum groß geworden sind und es gibt einfach Lieder, die werden nie alt und sind generationenübergreifend beliebt“, erklärt sie begeistert. Dass Beatles, Bob Dylan und Beach Boys nicht aus der Mode zu kommen scheinen, bestätigt Gerrit Heil. Heil, der aussieht als sei er von einem Plattencover aus den 70ern direkt in den Saal des Lindenhof gesprungen, ist begeistert vom Punkrock aus dieser Zeit. „Ich bin mit der Musik aus den 60ern und 70ern aufgewachsen“, erklärt der 35-Jährige.
Für Gottschalk war es ein persönliches Anliegen, dass das Konzert im Lindenhof stattfand – nicht nur weil er vor 50 Jahren auf genau dieser Bühne stand. „Ich finde es toll, was der Lindenhof für Kinder und Jugendliche leistet“, lobte er die Arbeit der Einrichtung. Er wird den Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten an den Lindenhof spenden. Dekoriert war der Saal am Samstagabend mit Schwarzweiß-Fotografien, die von den wilden Jahren der Band zeugen. Heute sind die Herren auf den Fotos zwar ein wenig betagter, doch die Coolness der Musiker ist ihnen in den letzten 50 Jahren nicht abhandengekommen.
