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Altes Rheindorfer JugendhausDie Irritationen sind groß

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Rayan und Dirk Baden in den Vereinsräumen am Königsberger Platz.

Rheindorf – Bei der Debatte um das alte Rheindorfer Jugendhauses prallen Welten aufeinander. „CDU Rheindorf erkämpft das Gelände des bisherigen Jugendhauses als weitere Freizeitfläche“, frohlockt die Partei auf einem Flugblatt. Der Stadtrat hatte am Montag mehrheitlich für den Abbruch des Gebäudes an der Felderstraße gestimmt – SPD und Bürgerliste waren dagegen.

Für Rayan (31) und Dirk Baden (32) war das eine schlechte Nachricht. Das Paar aus Rheindorf hat vor drei Jahren den Verein „Arabisches Bildungsinstitut“ gegründet. Am Königsberger Platz bietet „ABI“ Arabisch-Kurse für Kinder, aber auch Sport für Jung und Alt, Hausaufgabenbetreuung und Ausflüge an. Ende 2014 muss der Verein sein Domizil verlassen, weil die WGL einen Supermarkt errichten will. Also fragten die Badens im Rathaus, ob sie das alte Jugendhaus – das neue Jugendhaus soll im Laufe des Jahres fertiggestellt sein – mieten könnten.

„Wir hatten uns schon über die Details des Mietvertrags geeinigt“, erzählt Zeitsoldat Baden. Fehlte noch die Zustimmung der Politik. Während die Bezirksvertretung I einer Vermietung zustimmte, war der Rat dagegen. „Das Gebäude ist abgängig und als Jugendhaus nicht mehr nutzbar“, sagte OB Buchhorn. Heißt: Das Gebäude ist unbrauchbar.

„Wie kann das denn sein?“, fragt sich Rayan Baden. Zweifel daran, dass das Gebäude weiterhin genutzt werden kann, habe es bei den Gesprächen mit der Stadt nicht gegeben. „Außerdem hätten wir die Verantwortung für das Gelände und das Gebäude übernommen“, betont Dirk Baden. Der Verein sollte ein Sonderkündigungsrecht haben, falls er die Unterhaltung des Objekts nicht mehr finanzieren könne. Auch die Stadt hätte fristlos kündigen können. „Soweit war alles geregelt.“

Die Badens können nur vermuten, warum ihr Verein trotzdem nicht umziehen darf. „Der Name Arabisches Bildungsinstitut schreckt vielleicht ab. Dabei treffen sich bei uns Menschen aus verschiedenen Ländern, Muslime und Christen“, betont die im Libanon geborene Rayan Baden. Würde sie statt Arabisch Französisch unterrichten, hätte sie es wohl leichter. „Von den Politikern, die gegen uns gestimmt haben, hat uns noch keiner hier besucht“, bedauert die Sachbearbeiterin.

Andreas Eckloff, Vorsitzender der Rheindorfer CDU, kennt „ABI“ nur aus dem Internet. Der Abbruch des Jugendhauses sei sinnvoller als die Vermietung an „ABI“, sagt er. Was genau der Verein vorhabe und an wen er mal untervermieten werde – das sei ihm unklar. „Außerdem gibt es immer wieder Hinweise auf Schimmelbefall“, so Eckloff, weswegen die weitere Nutzung des Hauses verhindert werden müsse. Von einer Grünfläche profitiere zudem die gesamte Bevölkerung. Anders sah das aus, als die Rheindorfer Schützen Interesse an den Räumen hatten. Gegen deren Einzug hätte er nichts gehabt, erklärt Eckloff: „Die Schützen haben eine 600-jährige Tradition hier vor Ort. Das ist ein Stück Kultur von überragendem Gemeinwohlinteresse.“