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Leverkusener StadtratDie Altlast bleibt im Grundwasser in der Waldsiedlung

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Grundwasser (Symbolbild).

Leverkusen – 2008 war der Stadtrat dafür. 2015 ist er mehrheitlich dagegen. Am Montag wurde der vor sieben Jahren beschlossene Antrag zur Grundwassersanierung in der Waldsiedlung wieder zurückgezogen: unverhältnismäßig teuer bei ungewissem Ergebnis heißt es. Das wurde vor sieben Jahren von einer Machbarkeitsstudie noch anders prophezeit. Dirk Terlinden, Leiter des Fachbereiches Umwelt, erläuterte die aktuelle Situation am Ort, um die Entscheidung des Rates zu untermauern: „Die Schadstofffahne hält sich lokal auf und liegt in acht Metern Tiefe.“ Deswegen bestehe keine Gefahr für die Anwohner oder Tiere im angrenzenden Waldgebiet. Das Grundwassernutzungsverbot bleibe aber bestehen.

Die Kehrtwende basiert auf einem neueren Gutachten in dem festgestellt worden war, dass an dem Altstandort der Sprengstofffabrik Carbonit AG die Schadstoffe nicht gänzlich, sondern nur zu 80 Prozent aus dem Wasser gezogen werden können. Die gebräuchlichen Techniken würden in diesem Fall nicht zum gewünschten Ergebnis führen, so die beauftragten Fachbüros. Anstatt einer Reinigung, die pro Jahr eine sechsstellige Summe auf unbestimmte Zeit in Anspruch nähme, soll nun alle fünf Jahre ein kleines Grundwassermonitoring gemacht werden und alle zehn Jahre ein großes. So sollen Veränderungen beobachtet werden, sagte Terlinden. Maßnahmen zur Optimierung der Situation seien in der Vergangenheit, in Form von einem Bodenaustausch auf entsprechenden Grundstücken, bereits ergriffen worden.

Unnötige Kosten

„Es geht nicht um die Technik, sondern nur um das Finanzielle“, sagte Erhard Schoofs von der Bürgerliste direkt. Es sei in dieses Projekt schon ein Heidengeld in Millionenhöhe geflossen, ohne dass es etwas gebracht hätte. In Bürgerversammlungen sei außerdem deutlich geworden, dass auch die Anwohner diesen Sachverhalt nicht so dramatisch sehen würden. Durch verseuchte Oberdecken komme der Regen eh wieder ins Grundwasser und belaste das gereinigte Wasser erneut. Durch den Strom werde es immer weitergetragen. Ein unendlicher Kreislauf von Altlasten und rausgeschmissenem Geld.

Bürgermeister und Grünen-Politiker Gerhard Wölwer sprach sich entsprechend seiner parteilichen Orientierung auch im Namen seiner Kollegen für die Sanierung des Grundwassers in der Waldsiedlung aus. „Aus fachlicher Sicht ist es möglich. Aus politischer Sicht »nur zu kontrollieren« ist unzureichend.“ Deswegen stimmten die Grünen geschlossen gegen den Antrag der Stadtverwaltung.