Die Situation am Schlebuscher Dhünndeich ist verwaltungsmäßig festgefahren. Dort kämpft die Stadtverwaltung mit Bürgern um Öffnung oder Schließung eines Trampelpfades. Der Grund ist, dass am Weg dort alte Pappeln stehen, von denen Äste herunterfallen könnten. Ob das in jüngerer Zeit einmal geschehen ist, ist unklar, aber wegen dieser theoretischen Gefahr hat die Stadtverwaltung den Weg mit Metallgittern fast unpassierbar versperrt. Wiederholt haben Bürger die Barriere entfernt. Sie ist inzwischen fest verschweißt, deshalb wird vermutet, dass die andere Seite die Metallstreben mit einem Akku-Trennschleifer durchgeschnitten haben müsse. Die Stadtverwaltung argumentiert, sie habe keine andere Wahl: Ihren Mitarbeitern drohten Gerichtsprozesse im Falle eines Unfalls.
Der Schlebuscher Claus Müller war ein häufiger Nutzer dieses Trampelpfades und ärgert sich über die Schließung. Er moniert, dass die Verwaltung mit zweierlei Maß messe, denn am vergangenen Samstag habe eine augenscheinlich kerngesunde und höchst vitale Buche im Wuppermannpark einen Ast abgeworfen. Der Bauingenieur Müller: „Der wog mindestens 300 bis 400 Kilogramm“. Unter der Buche künden nur noch Sägespäne von dem Astbruch, ein paar Meter weiter liegen die Reste des belaubten Asts unter einem anderen Baum.
Im Wuppermannpark findet ab Donnerstag das mehrtägige Schlebuscher Schützen- und Volksfest statt, zu dem die Menschen auch in diesem Jahr wieder bei jedem Wetter zu Tausenden strömen werden. Die kapitale Buche steht direkt am asphaltierten Rundweg im Park . In der Nähe sind am Dienstag mehrere Bierwagen aufgestellt worden, wie immer. Der Ast muss laut Müller am Samstagvormittag abgebrochen sein. Besonders wenn’s regnet werden sich die Leute unter das schützende, extrem dichte Blätterdach stellen, wenn Köbes Underground am Samstag oder Brings am Sonntag spielen.

Der Dhünndeich ist gesperrt, den Ast fotografierte Claus Müller am Samstag (rechtes Bild).
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Auch in dem Park ist die Stadtverwaltung für die Wegesicherungspflicht verantwortlich und Claus Müller stellt sich die Frage, ob der Park nun – genau wie der Trampelpfad am Dhünndeich – auch geschlossen werden muss und das Schützenfest abgesagt werden muss? Müller: „Nicht, dass man mich falsch versteht, ich will auf keinen Fall, dass das Volksfest abgesagt wird. Aber mich ärgert, dass die Verwaltung nur 200 Meter weiter an der Dhünn eine solche Show wegen einer theoretischen Gefahr durch die Pappeln abzieht.“
Die Stadtverwaltung gibt Entwarnung, jedenfalls was ihre Verantwortung betrifft: Eine Sprecherin schreibt, dass die Bäume im Wuppermannpark regelmäßig kontrolliert würden. Wie jedes Jahr vor dem Volksfest kontrolliere der Fachbereich Stadtgrün im Park die Bäume noch einmal zusätzlich zur Regelkontrolle durch. Diese zusätzliche Kontrolle sei am 13.5.2019 gemacht worden. Daraus resultierenden Pflegearbeiten seien bis Anfang Juni abgearbeitet worden. Aber dennoch brach der Ast. Die Sprecherin: Der vom Astabbruch am Wochenende betroffene Baum sei am Montag vom Grünflächenamt nachkontrolliert worden. Somit sei die Stadtverwaltung ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen.
