Leverkusen – Vor 60 Jahren tauchte die Straße erstmals in den Akten der Stadtverwaltung auf; 1968 dann sollte „Am Sportplatz“ in Lützenkirchen zur richtigen Straße ausgebaut werden, nachdem ein Kanal verlegt worden war. Das unterblieb. Mit dem Provisorium einer überwiegend aus Flicken bestehenden Fahrbahn können die Anlieger aber leben – jedenfalls sind sie gegen einen kompletten Neuausbau ihrer Straße.
20 von 20 befragten Anwohnern hätten sich für zwar eine Sanierung, aber ausdrücklich gegen den von der Stadtverwaltung angekündigten Neubau ausgesprochen. Davon berichtete Benedikt Rees von der Klimaliste im Stadtrat. Warum, das ahnt man: Für den erstmaligen richtigen Ausbau der Straße hat die Stadtverwaltung 260.000 Euro kalkuliert. Der größte Teil davon würde auf die Anwohner umgelegt – bei rund zwei Dutzend Anliegern kämen hohe Beträge zusammen. Rees sprach im Rat von bis zu 17 000 Euro.
Keine Funktion im Straßennetz
Dass die Straße keinerlei Funktion im Netz hat – an ihrer Einmündung zur Durchgangsstraße In Holzhausen stehen Poller – ist ein weiteres Argument gegen einen Neubau, wie ihn die Stadtverwaltung plant. Ihre Grundfunktion erfülle die Straße ja, referierte Rees ein weiteres Argument der Ausbau-Gegner: Der Kanal funktioniere und damit die Entwässerung. Die Stadtverwaltung spricht in ihrer Vorlage davon, dass durch die Arbeiten niemand gestört würde, weil „Am Sportplatz“ ja eine reine Erschließungsstraße sei. Sie herzurichten habe aber den Vorteil, dass „ein positiver Beitrag zur Gestaltung des Ortsbildes geleistet“ würde. Dass die Pläne den Betroffenen vorgestellt wurden, erwähnt das Baudezernat auch. Wie das Echo war, sagt sie aber nicht.
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Auch im Rat fanden die Gegner des 260.000 Euro teuren Ausbaus nicht genug Unterstützer. Dem Antrag der Klimaliste, es bei einer Sanierung der Fahrbahn zu belassen, schlossen sich Bürgerliste, FDP, Linke und die AfD an. Beim Votum für den Ausbau enthielten sich die Grünen.


