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Reichspogromnacht-GedenktagWie Leverkusen jüdisches Leben sichtbarer machen will

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Debatte um Antisemitismus im Forum

Leverkusen – In einer bewegenden Gedenkfeier haben die Stadt Leverkusen, Schulen und der Rat der Religionen am Dienstag den Opfern des Holocaust gedacht. Am Platz der Synagoge in Opladen, wo 83 Jahre zuvor am 9. November 1938 die Synagoge verwüstet und niedergebrannt worden war, sagte der sichtbar erschütterte Oberbürgermeister Uwe Richrath, es sei immer wichtiger, die Erinnerung an die Grausamkeit des Holocausts aufrechtzuerhalten, „denn die Zeitzeugen werden älter und es werden immer weniger“.Rabbiner Michael Kogan von der Synagogengemeinde Düsseldorf betete, ein Ensemble spielte traditionelle jüdische Klezmer-Musik und Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums trugen Texte vor, mit denen sie sich im Geschichtsleistungskurs auseinandergesetzt hatten.

Debatte um Sicherheit

Wie sicher fühlen sich Jüdinnen und Juden in Leverkusen, und was kann die Stadt tun? In einer Diskussionsrunde haben am Montagabend im Forum Vertreter der jüdischen Gemeinde, der Stadt, des Rates der Religionen und einer Antisemitismusberatungsstelle versucht, Antworten darauf zu finden.

Sergej Aruin von der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, die auch für Leverkusen zuständig ist, erzählte zunächst aus seinem Leben, wie er nach 1990, als er von Moskau nach Deutschland kam, „ständig mit der Kippa unterwegs“ gewesen sei – und sich mittlerweile „Gedanken mache“, ob er sie tragen soll. Er erzählte von Polizeipräsenz, die mittlerweile selbstverständlich und Teil des Lebens von Jüdinnen und Juden in Deutschland ist, und von der Mahnwache von Nicht-Juden nach dem Anschlag in Halle, die von Mitgefühl zeugte.

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Ist Leverkusen ein Hotspot für antisemitische Gewalt? Sophie Brüss von der Servicestelle Beratung bei Rassismus und Antisemitismus erklärte, dass es allein im vergangenen Mai einen Vorfall mit antisemitischen Graffitis und einen Einbruch gegeben habe (Anm. d. Red.: In einer vorherigen Version hatte es geheißen, dass die Vorfälle innerhalb eines Jahres stattgefunden hätten. Das haben wir korrigiert). Der jüdische Verein Davidstern hatte darüber hinaus einen Drohbrief erhalten und hat Anzeige erstattet.

Belastbare Zahlen von der beschlossenen Meldestelle für antisemitische Vorfälle in NRW werde es allerdings nicht vor drei bis vier Jahren geben, sagte Brüss.

Gespräche zum Quettinger Gemeindezentrum

Oberbürgermeister Uwe Richrath betonte, dass man „jüdisches Leben sichtbar“ machen wolle. Mit Veranstaltungen, dem jüdischen Friedhof in Opladen oder dem Gemeindezentrum in Quettingen. Noch im November soll es hier ein Gespräch zwischen Evangelischer Kirche, Vertretern der Stadt und der jüdischen Gemeinde geben, bestätigte Sprecher Tobias Falke. Bald also könnte vielleicht das bislang christliche Gemeindezentrum an die jüdische Gemeinde vermietet werden.

Richrath bekräftigte auch, dass Leverkusen gern einen jüdischen Kindergarten hätte – für dass es allerdings ein Sicherheitskonzept geben muss, waren sich alle einig. Knapp 300 jüdische Bürgerinnen und Bürger leben derzeit in Leverkusen.