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Aufsichtsratschef dämpft Erwartungen

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Der Mann links verlässt den Vorstand zum Jahresende: Hans-Jörg Schaefer mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Detlef Bergrath und den drei weiteren Vorständen der VR-Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen Alexander Litz, Lothar Uedelhoven und Thomas Büscher.

Ob es an den viel beschworenen Synergien liegt? Oder ist diese Bank sowieso besser als andere? Diese Frage wurde am Dienstagabend im Forum nicht beantwortet. Aber die Zahlen wurden präsentiert. Und die zeigen, dass sich VR-Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen nach der Fusion sehr gut entwickelt hat, eben überdurchschnittlich.

Vorstandschef Lothar Uedelhoven präsentierte den 190 Besuchern der Vertreterversammlung ein Zinsergebnis von 43 Millionen Euro. Das entspricht einem Anteil von gut 2,1 Prozent der Bilanzsumme, die im vorigen Jahr bei zwei Milliarden Euro und damit um knapp drei Prozent über dem Wert von 2017 lag. Im Durchschnitt hätten die Volks- und Raiffeisenbanken 2018 Zinsergebnisse geliefert, die bei 1,9 Prozent ihrer Bilanzsumme lagen, erläuterte Uedelhoven. Auch beim Provisionsergebnis sei man besser als andere: 19,5 Millionen Euro entsprächen 0,96 Prozent der Bilanzsumme, der Durchschnitt liege bei 0,72 Prozent.

Schließlich das Betriebsergebnis von 24,9 Millionen Euro. Das sind 1,25 Prozent – im Schnitt schaffen die Genossenschaftsbanken 0,9 Prozent. Bleibt der Kostenaufwand im Verhältnis zum Ertrag: Mit 61,2 Prozent liege die VR-Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen auch hier besser als andere.

In diesem Jahr allerdings wird es wohl nicht ganz so gut weiterlaufen. Aufsichtsratschef Detlef Bergrath dämpfte die Erwartungen: Man rechne mit einem leicht rückläufigen Betriebsergebnis. 22,2 Millionen Euro könnten es werden.

Fünf Prozent Dividende

Ob das unterm Strich den Jahresüberschuss schmälern wird, ist aber noch nicht ausgemacht. Für 2018 liegt er bei sechs Millionen Euro, von denen eineinhalb Millionen an die Mitglieder ausgeschüttet werden sollen. Die Dividende liegt bei fünf Prozent, dazu gibt es einen Bonus von zwei Prozent. Dass eine solche Ausschüttung im Zinsloch attraktiv ist, spricht sich offenbar immer mehr herum: Erneut wuchs die Zahl der Mitglieder: 46 901 bedeuten einen Zuwachs von 758 Personen. Eine Zahl, die den am Jahresende vorzeitig ausscheidenden Vorstand Hans-Jörg Schaefer zu einer neuen Zielvorgabe animiert. Im 2017 zu Ende gegangenen Zeitalter der Volksbank Rhein-Wupper war die Mitgliederzahl von Bayer 04 Leverkusen ein Vergleichsmaßstab. Der Verein hat 27 000 Beitragszahler. Kein Gegner mehr. Jetzt könne man doch zusehen, ob nicht der 1. FC Köln einzuholen sei, überlegte Schäfer. Der hat allerdings mehr als 100 000 Mitglieder. Schaefer erklärte der Vertreterversammlung noch einmal die Gründe für sein um zwei Jahre vorgezogenes Ausscheiden aus dem Vorstand. Eine Krebserkrankung habe ihn zu dem Entschluss gebracht, kürzerzutreten.

Der heute 57-Jährige will die letzten zwei Jahre bis Ende 2021 nur noch Projekte in der Bank bearbeiten. Aus dem Vorstand zieht er sich Ende des Jahres zurück. 1983 hatte er seine Ausbildung in der Volksbank Rhein-Wupper begonnen – „mit einem gute Bauchgefühl“, das ihn bis heute nicht getrogen habe. Ein Jahr darauf lernte der Pfarrerssohn aus Velbert in der Leichlinger Filiale seine spätere Frau Claudia kennen.

KENNZAHLEN FÜR DAS JAHR 2018

Die Bilanzsumme der VR-Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen lag 2018 bei ziemlich genau zwei Milliarden Euro. Damit liege sie unter den 875 Genossenschaftsbanken in Deutschland auf Platz 100. Das Kreditgeschäft ist insgesamt auf knapp über zwei Milliarden Euro ausgeweitet worden. Das entspricht einem Plus von 7,3 Prozent. Die Einlagen summieren sich auf 2,66 Milliarden Euro. Das sind 1,2 Prozent mehr als 2017. Das Wertpapiergeschäft hat jetzt ein Volumen von 863 Millionen Euro. Das Kundengesamtvolumen bei der VR-Bank ist um 165 Millionen oder gut 3,6 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro gewachsen.

Im Immobiliensektor erwirtschaftete die Bank 2018 ein Provisionsergebnis von 1,3 Millionen Euro, die Baufinanzierungen erreichten ein Volumen von 163 Millionen Euro. Dabei wurden mehr als 700 Kunden mit Darlehen versorgt.

Das Filialnetz blieb mit 24 Zweigstellen gleich groß; rund 1,2 Millionen Euro wurden in Modernisierungen investiert. Derzeit läuft der Umbau der früheren Hauptstelle der Volksbank Rhein-Wupper in Opladen an der Herzogstraße. Er soll im Juli abgeschlossen sein.

Die Belegschaft besteht aus 387 Personen. (tk)