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WochenrückblickA1-Ausbau in Leverkusen ist ein klarer Fall von „Arsch huh“

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Der A 1-Abschnitt bei Leverkusen auf Stelzen

Leverkusen – „Küste hück net, küste morje“, heißt es schon im kölschen Grundgesetz. Und wenigstens in der fünften Jahreszeit fühlen sich die Leverkusener ihren südlichen Nachbarn ja seelenverwandt. Doch während die Kölner zu Rosenmontag mit viel Glück den Sturmwarnungen trotzten, gingen die Opladener auf Nummer sicher. Nun haben sie sich zu entscheiden, ob ein Umzug mit Verspätung (ich erspare uns hier den Seitenhieb auf die Deutsche Bahn oder National Express) besser ist oder eine Vertagung auf nächstes Jahr. Den kirchlichen Segen hätten sie für einen Fastenumzug am 6. März schon. Pfarrer Teller lässt da in Sachen Brauchtum nix anbrennen. Am Ende entscheidet die Beteiligung der Massen über Erfolg oder Misserfolg.

Wie auch an diesem Samstag vorm Rathaus, wenn unter dem Titel „Tunnel statt Stelze“ noch einmal der gesittete Aufstand geprobt wird. Die Autobahnbrücke dürfen die Leverkusener nicht besetzen, hat ein Gericht entschieden, über die Autobahn radeln auch nicht, aber sich vors Rathaus stellen schon. Das ist natürlich nicht so spannend und macht optisch nicht so viel her. Daher werden vielleicht nicht so viele mitmachen wie beim Wiesdorfer Karnevalszug, bei dem die neue Rheinbrücke vorab gefeiert wurde.

Luft nach oben

Dabei wäre das Thema Autobahnausbau gerade jetzt, da für Leverkusen schicksalhafte Entscheidungen getroffen werde, ein eindeutiger Fall für ein kräftiges „Arsch huh!“ Denn wenn die Planungen erst einmal genehmigt und Klagefristen verstrichen sind, kommt jeder Protest zu spät. Dann würde es mit der rheinischen Gemütlichkeit schnell vorbei sein, wenn erst einmal eine gewaltige Baustelle mitten im Stadtgebiet und ständiger Ausweichverkehr von der Autobahn die Stadt im Griff haben. Bei der Demo voriges Jahr war die Beteiligung mäßig.

Da ist noch viel Luft nach oben – so lange sie uns in Leverkusen noch zum Atmen bleibt.