Leverkusen – Die Personalsituation im Baudezernat der Stadtverwaltung Leverkusen bleibt angespannt, der Service daher eingeschränkt. Das hat die Verwaltung kurz vor Weihnachten dem Rat noch einmal mitgeteilt. Vor allem im Bereich der Bauaufsicht macht sich das bemerkbar: Eine individuelle Beratung von Bauherren, bisher als freiwillige Leistung angeboten, die manche Konflikte entschärfen und zu einvernehmlichen Lösungen führen konnte, unterbleibt bis wenigstens Ende April 2022.
Zwei Mitarbeitende, die diese Aufgabe in der Vergangenheit wahrgenommen haben, bleiben bis auf Weiteres dafür abgestellt, die Vorprüfung von Bauanträgen zu bearbeiten. Die Bauaufsicht soll im kommenden Jahr aber immerhin zweimal pro Woche für zwei Stunden erreichbar bleiben.
Hintergrund der Misere ist ein ausgeprägter Fachkräftemangel, insbesondere bei Architekten, der für eine akute Unterbesetzung im Dezernat führt. So sind acht Architekten-Stellen bei der Stadt derzeit unbesetzt, hinzu kommen vier Verwaltungsstellen und eine Technikerstelle für die Wohnungsbauförderung.
Mangel an Fachkräften
Seit mehr als einem Jahr versucht die Stadtverwaltung in zunehmender Verzweiflung, die benötigten Fachkräfte anzuwerben, während die verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der stetigen Überlastung leiden und sich die krankheitsbedingten Ausfälle häufen – was wiederum zu einem Arbeitsstau durch unbearbeitete Bauanträge führt. Kleiner Trost: Mitte November konnte immerhin die seit einem Jahr vakante Stelle eines Baukontrolleurs wieder besetzt werden.
Ein hausgemachtes Leverkusener Problem? Wohl eher nicht. In vielen Bereichen der Verwaltung werden derzeit Fachkräfte gesucht, werben sich die Behörden von Land und Kommunen untereinander Leute ab. Je größer die Behörde, je besser die Einkommensperspektiven, umso eher können sie dabei Erfolg noch haben. Leverkusen mag da gekniffen sein, kleinere Behörden sind es erst recht.
Ausschreibungen intensiviert
Inzwischen hat die Stadt ihre Bemühungen deutlich intensiviert, bemüht mehrere Stellenportale im Netz, um einen möglichen Bewerberkreis erreichen zu können und hat eine Kooperation mit der Technischen Hochschule Köln abgeschlossen, um Architekten oder Ingenieure schon vor Abschluss ihres Studiums für einen Job im Öffentlichen Dienst begeistern zu können.
Außerdem wird geprüft, wo und wie eine Fachkräftezulage oder eine vergleichbare Zusatzvergütung einen Wechsel in den Staatsdienst attraktiv gestalten könnte. Und ob mit Hilfe externer Dienstleister Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden können.
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Die ganze Misere ruft inzwischen die Bürgerliste von Erhard Schoofs auf den Plan, der Oberbürgermeister Uwe Richrath und Baudezernentin Andrea Deppe in heftiger Empörung „beschönigende Aussagen“ zum Thema und generell „Amtsversagen“ vorwirft. Deshalb solle der Oberbürgermeister, so die Idee von Schoofs & Co., die Zuständigkeit für Personalangelegenheiten an den Kämmerer abgeben.



