Abo

Bayer 04 LeverkusenBayer-Chef Bill Anderson macht Druck auf Monheim

2 min
Bayer-Chef Bill Anderson meldet sich zum Thema Campus zu Wort.

Bayer-Chef Bill Anderson meldet sich zum Thema Campus zu Wort.

Bayer 04 bekommt für sein Vorhaben in Monheim machtvolle Unterstützung von der Bayer AG. Der Vorstandsvorsitzende meldet sich zu Wort und löst neue Diskussionen in Monheim aus.

In Monheim wird heftig diskutiert, es geht immer noch um das von Bayer 04 angestrebte Profi-Trainingszentrum auf einem Grünzug zwischen der Monheimer Siedlung Blee und dem Werksgelände von Bayer Crop Science. Eine Mehrheit im Monheimer Rat hatte sich gegen die Ansiedlung des Trainingsgeländes auf der Monheimer Grünfläche ausgesprochen und angekündigt, das auch im Stadtrat so abzustimmen. Bayer 04 akzeptiert dieses Votum aber nicht und arbeitet daran, sich doch noch durchzusetzen.

Der Bayer-Chef schaltet sich mit einem mächtigen Satz ein

Jetzt gibt der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Bill Anderson, selbst Anlass zum Diskutieren. In einem Interview der „Welt“ schaltet er sich mit einem mächtigen Satz ein, der in Monheim auf ein geteiltes Echo stößt: „Ob Verein oder Unternehmen: Wir sind auf ein gutes Miteinander an unseren Standorten überall auf der Welt angewiesen. Deswegen beobachten wir bei Bayer natürlich sehr genau die aktuellen Aussagen, Entwicklungen und Entscheidungen in Monheim, die wir jeweils entsprechend bewerten.“

Von denen, die sich in sozialen Medien äußern, schreiben einige, dass sie froh seien, dass der Bayer-Chef jetzt ein Machtwort gesprochen habe. Das Grundstück gehöre schließlich Bayer. Es sei gut, dass er den Politikern auf diese Weise mitgeteilt habe, dass sich auch die Bayer AG für das Trainingszentrum ihres Ablegers Bayer 04 GmbH interessiere. Eine Person, die Bayer 04 auf Facebook unterstützt, schreibt: „Dabei handelt es sich nicht um eine Drohung, nicht um Druck auf Monheim.“ 

Andere sehen in der Aussage Andersons aber genau dies: eine verklausulierte Erpressung der Bayer AG gegen die Monheimer Stadtpolitik. Ein Kommentator, der angibt, 45 Jahre bei Bayer gearbeitet zu haben, schreibt: „Es entsetzt mich schon sehr, dass nun sogar der CEO der Bayer AG himself die Initiative ergreift, zusätzlich Druck aufbaut und der Stadt Monheim indirekt mit Konsequenzen droht, sofern Monheim sich nicht beugt. Das geht entschieden zu weit.“

Wie könnte es weitergehen in Monheim? Das Bebauungsplanverfahren, das das Trainingszentrum mit zwölfeinhalb Fußballplätzen ermöglicht hätte, wurde vom Rat schon 2025 eingestellt. Danach gab es zwar Gespräche zwischen Bayer 04 und dem Mehrheitsbündnis, die aber abgebrochen wurden, weil kein Kompromiss gefunden wurde. Bayer 04 lässt derzeit offensiv Werbung zugunsten ihres Trainingszentrums machen und die Befürworter arbeiten daran, dass der Bebauungsplan erneut aufgestellt werden soll.