Die Mitgliedschaft soll die Auseinandersetzung mit der Geschichte der I.G. Farben im Nationalsozialismus vertiefen.
NationalsozialismusBayer AG tritt Freundeskreis der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem bei

Die Halle der Namen in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.
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Die Bayer AG ist dem deutschen Freundeskreis der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Fördermitglied beigetreten. Nach Angaben des Leverkusener Unternehmens soll die Mitgliedschaft die Auseinandersetzung mit der Geschichte der I.G. Farben und der Rolle der deutschen Wirtschaft im Nationalsozialismus vertiefen. Die I.G. Farben war eng mit dem nationalsozialistischen Regime verbunden und hatte unter anderem ab 1941 direkt am KZ Auschwitz eine Fabrik zur Herstellung von synthetischem Kautschuk errichtet, in der Zwangsarbeiter zum Einsatz kamen. Neben der Aufarbeitung der Verantwortung aus der Vergangenheit wolle sich Bayer mit dem Beitritt zugleich in der Gegenwart gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Diskriminierung positionieren.
Matthias Berninger, Leiter des Bereichs Public Affairs, Nachhaltigkeit und Sicherheit bei Bayer, erklärte, die Mitgliedschaft gehe über finanzielle Unterstützung hinaus: „Sie ermöglicht die Mitarbeit in einem Netzwerk, das Aufklärung, Forschung und Dialogformate stärkt und konkrete Projekte in Deutschland fördert.“
Geschichte und Namen bewahren
Der Vorsitzende des Freundeskreises, Kai Diekmann, bezeichnete den Beitritt als Zeichen der moralischen Verantwortung von Bayer gegenüber den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus: „Damit unterstützt das Unternehmen Yad Vashem dabei, ihre Geschichten und Namen bewahrt zu wissen.“
Das Unternehmen kündigte an, die Zusammenarbeit auch für wissenschaftlichen Austausch und Bildungsarbeit nutzen zu wollen. Geplant sei unter anderem eine stärkere Vernetzung des Bayer-Archivs mit Forschungseinrichtungen und anderen Institutionen.
16.000 Zwangsarbeiter
Bayer verweist in diesem Zusammenhang auf mehrere bereits bestehende Projekte. Dazu gehört die 2023 gegründete Hans-und-Berthold-Finkelstein-Stiftung, die Forschungs- und Erinnerungsprojekte zur NS-Zwangsarbeit und zur Geschichte der I.G. Farben unterstützt. In Leverkusen hat das Unternehmen nach eigenen Angaben zudem einen Erinnerungsort für die rund 16.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter der Niederrheinstandorte der I.G. Farben errichtet. Gemeinsam mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau wurde außerdem ein Seminar für Führungskräfte entwickelt, das sich mit ethischem Handeln, gesellschaftlicher Verantwortung und Erinnerungskultur befasst.
Der Freundeskreis Yad Vashem mit Sitz in Berlin unterstützt die internationale Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. Mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden werden unter anderem Ausstellungen, Vorträge, Zeitzeugengespräche und digitale Bildungsangebote finanziert. Yad Vashem plant nach eigenen Angaben, seine Bildungsarbeit in Deutschland auszubauen. Vorgesehen ist ein Bildungszentrum mit Standorten in München und Leipzig.
