Früh morgens am Neujahrstag haben sich auch in diesem Jahr wieder Leverkusener Muslime der Ahmadiyya Jugend an die Arbeit gemacht, den Wiesdorfer Marktplatz von den Überresten der Silvesternacht und anderem Müll zu reinigen. Mehr als 20 Mitglieder der Gemeinde trafen sich zunächst um 6 Uhr zum Gebet, um anschließend gemeinsam die Besen zu schwingen. In wenigen Stunden kamen einige Säcke voll Müll zusammen. Der Islam lehrt, anderen uneigennützig zu helfen. „Für uns ist das ein Waqar-e-Amal, ein ehrenvoller Dienst für die Menschheit“, erläuterte Zeeshan Mahmood, der Sprecher der Jugendorganisation der AMJ Leverkusen. Das bedeute, sich selbst und anderen ohne Gegenleistung mit eigener Hand zu helfen. „Das ist einer der wichtigsten Grundsätze unseres Glaubens.“ Es sei schön, das neue Jahr mit einer guten tat zu beginnen. Feuerwerkskörper seien von den Mitgliedern der Gemeinde selbst aber nicht angezündet worden. „Wir sind für Brot statt Böller“, betont der Vorsitzende. Man sammle dieses Geld lieber und spende dieses für Lebensmittel und Kleidung an bedürftige Menschen, welche womöglich einen nicht so schönen Start ins neue Jahr hatten.“
Die AMJ ist eine islamische Reformgemeinde, die 1889 in Indien mit dem Ziel gegründet wurde, die ursprünglichen Werte des Islams wiederzubeleben. Dabei stehe man für die Gleichwertigkeit von Frau und Mann, der Trennung von Staat und Religion und der Beendigung religiös motivierter Gewalt. Weltweit hat die AMJ mehrere Millionen Anhänger. In Deutschland zählt die Gemeinde mehr als 45 000 Mitglieder.