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BiebighäuserBetriebsräte unter Druck

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Nadine Sliwka.

Leverkusen – Dass sich Mitglieder des Betriebsrats öffentlich bedeckt halten – Nadine Sliwka kann das „absolut verstehen“. Bis vor ein paar Wochen war sie bei Biebighäuser angestellt. Und im Betriebsrat. „Wenn man da drin ist und sich engagiert, hat man die Arschkarte gezogen“, bilanziert die 25-Jährige. Einsatz für Kollegen werde nicht gern gesehen. Bestenfalls betrachte die Geschäftsführung Betriebsräte als verlängerten Arm: „Sie sind mir verantwortlich dafür, dass die Leute nicht mehr quatschen.“ Das habe Thomas Adank ihr eines Tages gesagt, berichtet Sliwka.

Dass die Leute in der Halle miteinander reden, sei für die Chefs ein rotes Tuch gewesen: „Die haben oft minutenlang oben auf der Plattform gestanden und uns beobachtet.“ Wenn die Führung dann den Eindruck gewonnen habe, dass unten in der Halle zu viel geredet wurde, habe es kurz drauf Ärger mit dem Schichtführer gegeben. Dabei seien Gespräche „bei der Arbeit ohne weiteres möglich“, so die Produktionshelferin. Freilich „geht Stückzahl über alles“, und das sei wohl auch der Grund, warum Betriebsräte permanent unter Rechtfertigungsdruck stehen. „Ich habe Arbeit für den Betriebsrat möglichst nach Ende der Schicht gemacht“, erinnert sich Sliwka. Gerettet habe sie das allerdings nicht. Ihr Jahresvertrag sei nicht verlängert worden; am 31. Januar war Schluss.

Ohne Ankündigung. „Ich habe das nur erfahren, weil ich in der Woche vorher gefragt habe. Dabei hatte ich Top-Bewertungen und habe auch immer die Leistungsprämien bekommen.“ Den wahren Hintergrund habe ihr ein Meister genannt – nachdem sie ihn zur Rede stellte: „Die hätten einfach keinen Bock mehr auf Diskussionen mit mir.“ Nadine Sliwka hat eine typische Biebighäuser-Biografie: Mitte Januar 2011 vermittelte die Zeitarbeitsfirma Peter Klein sie an das Metallwerk in der Fixheide, das bis heute rund ein Drittel Leiharbeiter beschäftigt. Knapp zwei Jahre später habe der Autozulieferer ihr einen Arbeitsvertrag angeboten – zunächst auf ein Jahr befristet. „Das habe ich angenommen, weil ich aus der Zeitarbeit raus wollte.“ Denn in mancher Hinsicht habe sie sich verschlechtert. 40 Stunden pro Woche statt 35, zum Beispiel.

Das liegt daran, dass Biebighäuser vor nunmehr elf Jahren aus dem Metall-Tarif ausgeschert ist. Wolfgang Rasten, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Köln-Leverkusen, beschreibt es so: „Biebighäuser ist inzwischen so lange raus, dass sogar Zeitarbeiter bessere Konditionen haben.“ Hätte Nadine Sliwka gewusst, dass ihr Vertrag mit Biebighäuser nicht verlängert wird, wäre sie beim Verleiher Peter Klein geblieben. Und hätte sie geahnt, welche Folgen die Betriebsratsarbeit haben würde, wohl auch. Für sie steht fest, dass ihr Engagement in der Mitarbeitervertretung der Grund für das Ende war: „Es gab keinen schwerwiegenden Grund, mich rauszuschmeißen.“