Den Nachbarn und der Wachmannschaft an den Wohncontainern ging der Tatverdächtige öfter auf die Nerven.
Brandstiftung in LeverkusenIndizien sprechen gegen Angeklagten

Am 1. August 2022 brannte es an der Heinrich-Claes-Straße.
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Ein Mann, der in seinem Zimmer steht und mit dem Spind redet, von dem er sagt, es sei sein Betreuer, hat zweifellos ein Problem, um das man sich kümmern sollte. Ein Wachmann beschrieb diese Szene im Gerichtssaal in der Verhandlung gegen den mutmaßlichen Brandstifter seines eigenen Wohncontainers an der Heinrich-Claes-Straße. Der Prozess neigt sich dem Ende zu und es geht in der Verhandlung wohl weniger darum, einen Täter zu bestrafen, sondern den Mann vor sich selbst und damit auch seine Mitmenschen zu schützen.
Mehrere Zeugen, die den 42-jährigen Leverkusener vor der Tat erlebt haben, sagten in der Verhandlung am Montag aus. Darunter Sicherheitsleute aus dem Containerdorf in Küppersteg auf dem ehemaligen Sportplatz. In den Containern, die ursprünglich für geflüchtete Menschen aufgestellt wurden, sind inzwischen neben Migrantinnen und Migranten auch Menschen untergebracht, die aus anderen Gründen am Rande der Gesellschaft leben. Wie zum Beispiel der mutmaßliche Brandstifter, der nach übereinstimmender Einschätzung unter schwerwiegenden psychischen Problemen leidet, was man im Gerichtssaal nicht merkt: Der Angeklagte verhält sich unauffällig.
Mit gepackten Taschen auf der Flucht als es schon brannte
Eine der wichtigen Zeuginnen der Anklage, eine schneidige 59-jährige Frau, die beim Wachdienst in der Anlage arbeitet, hat den Mann am Morgen des 1. August 2022 fluchtartig mit gepackten Taschen die Treppe herunterlaufen sehen. Das wird als Hinweis auf seine Täterschaft gewertet, denn der Brandalarm wegen der brennenden Matratze im Container des 42-Jährigen schrillte da schon.
Er bestreitet jedoch, den Brand gelegt zu haben; er habe sich an diesem Morgen um kurz vor 10 Uhr auf den Weg in die Langenfelder Landesklinik gemacht, wo er am Nachmittag eingetroffen sei, lautet seine Darstellung.
Die Frau vom Sicherheitsdienst und zwei ihrer Kollegen, die als Zeugen am Montag vor Gericht aussagten, erklärten, dass sie von Anfang an eine Brandstiftung durch den Bewohner selbst für nicht allzu abwegig gehalten hatten. Auch, weil er an einem Tag vor dem Brand etwas in der Art gerufen haben soll wie: „Ihr werdet alle brennen“, erinnert sich die Sicherheitsfrau. Sie sagte: „Ich würde es nicht einfach so behaupten, aber der Verdacht war da!“

Ein Spind lag nach dem Brand neben den Wohncontainern.
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Nächtliche Selbstgespräche gingen Nachbarn auf die Nerven
Der 42-Jährige war kein einfacher Nachbar an Tagen, an denen es ihm schlecht ging. Passagen aus dem Wachbuch der Einrichtung, die sich auf den Tatverdächtigen beziehen, belegen, dass sowohl Container-Nachbarn als auch Wachleute unter dem Mitbewohner gelitten haben. Der Richter verlas die Einträge: Häufiges unerlaubtes Rauchen im Haus, bis die Rauchmelder piepen, war noch das Geringste.
Kippen trat er auf dem Boden im Container aus. Laute nächtliche Selbstgespräche nervten Mitbewohner in Nachbar-Containern, die nicht schlafen konnten. Er soll die Küche bewusst verschmutzt und einmal unter Wasser gesetzt haben. Ein Wurf mit einer Shampoo-Flasche ist vermerkt.
Die Polizei musste kommen, weil er an einem seiner schlechten Tage randalierte, da gaben die Wachleute den Beamten den dringenden Hinweis auf Eigensicherung. Es soll auch Tage gegeben haben, da seien normale Gespräche möglich gewesen.
„Mir kann man gar nichts“, und: „Ich darf machen, was ich will“, waren Kommentare, die von ihm oft gekommen seien.
Er fühlt sich dann überlegen, sagte eine Ärztin aus der Langenfelder Klinikambulanz, bei der der Leverkusener schon seit zehn Jahren Patient sei. Das gehöre zur Krankheit. Sie sagte, dass die Störungen, unter denen der Mann leide, sehr rapide kommen könnten.

