Leverkusen – Ein leises „Tschüss“ und für Minuten brandete der Applaus. Professor Peter Groneck, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche, wurde gestern von seinen Kollegen des Leverkusener Klinikums mit einer Wertschätzung in den Ruhestand verabschiedet, die offenbar unter guten Voraussetzungen gewachsen ist.
„Die Freundlichkeit ist ein wesentlicher Aspekt für die Gesundung der Kinder“, sagte der 63 Jahre alte Groneck. Und er habe sich wiederum bei den Kollegen sehr gut aufgehoben gefühlt.
Würdigen Nachfolger gesucht
Klinikum-Geschäftsführer Hans-Peter Zimmermann betonte, dass das Augenmerk in den vergangenen Monaten besonders einer würdigen Nachfolge des beliebten Kinderarztes gegolten habe. Einstimmig habe das Aufsichtsgremium sich für Privatdozent Dr. Joachim Eichhorn entschieden.
Er ist derzeit Oberarzt der Kinderklinik II am Universitätsklinikum in Heidelberg, und tritt am 1. Oktober die Nachfolge an. Das Klinikum würdigte Gronecks Arbeit am Freitag mit einem Abschiedssymposium. Groneck übernahm im September 2003 die ärztliche Leitung als Nachfolger Dietrich Karitzkys. Zuvor war er ärztlicher Leiter der Neugeborenenmedizin und pädiatrischen Intensivstation der Kliniken in Köln. In Leverkusen passte er die Behandlung von Früh- und Neugeborenen den neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen an.
Und die sind mitunter rasant. So berichtet der Arzt und Buchautor Bernhard Albrecht von einem Frühchen, das im vergangenen Jahr in der 22. Schwangerschaftswoche mit 460 Gramm zur Welt kam. Das Kind sei wohlauf. Bislang galt die 24. Schwangerschaftswoche als Untergrenze.
Schwerpunkt weiterentwickelt
Groneck entwickelte den von seinem Vorgänger etablierten geburtshilflichen Schwerpunkt weiter. Das Klinikum wurde vom Bundesausschuss mit Level eins bei den Qualitätskriterien zur Versorgung der Früh- und Neugeborenen ausgezeichnet. 2007 wurde die neue Kinderintensivstation in Betrieb genommen. Damit war die Basis für das Mutter-Kind-Zentrum gelegt.
Ziel Gronecks war es, eine Einheit zu schaffen, die Kinderintensivstation, Kreißsaal und Entbindungsstation in unmittelbarer Nähe zusammenbringt. Um eine optimale Neugeborenenmedizin zu betreiben, war ihm eine enge Zusammenarbeit zwischen Frauen- und Kinderärzten unerlässlich. Die moderne Kinderklinik ist seit Ende 2011 direkt an die Frauenklinik angebunden und Groneck gilt als einer der Architekten.
Neben der Neugestaltung der Kinderintensivstation und des Kreißsaals stellte Groneck die Belange der Mütter und Familien in den Vordergrund. Auch Bundestagskandidat Karl Lauterbach war am Freitag zu Gast.
Im Gespräch mit Ärzten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin wurde die Idee eines „Forschungszentrums für Kindergesundheit“ erörtert. Demnach könnte eine Institution auf nationaler Ebene angesiedelt werden, um das Kind und seinen Organismus ins Zentrum der Forschung zu rücken.
