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Ehefrau erschlagen82-jähriger Leverkusener wollte zurück ins Gefängnis

3 min
  1. Der 82 Jahre alte Rentner bat am Donnerstag darum, wieder ins Gefängnis zurück zu dürfen.
  2. Er soll seine Ehefrau erschlagen haben.

Leverkusen – „Bringen Sie mich zurück ins Gefängnis.“ Mit dieser Bitte wandte sich Walter W. am Donnerstag an die 5. Große Strafkammer des Kölner Landgerichts. Der Grund für das ungewöhnliche Anliegen des Rheindorfers liegt in der Alternative: Rückkehr in die Psychiatrische Klinik. Dorthin war der 82 Jahre alte Mann gebracht worden, nachdem er vier Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte. Die Zeit unter verurteilten Verbrechern erscheint dem gebürtigen Ukrainer bis heute wie eine Verheißung. Warum, erklärte er im Rahmen seines Letzten Wortes.

Psychiatrie die Hölle für ihn

Walter W. nutzte es, um seine Sicht der Ereignisse vom 3. Juni vorigen Jahres zu präsentieren. Und darzulegen, warum die Psychiatrie die Hölle für ihn ist: Danach habe er „keine Wahl mehr“. Nach einer Gefängnisstrafe sehr wohl. Der Jude will die letzte Phase seines Lebens in einem Altersheim verbringen, das im Geiste seines Glaubens geführt wird.

Für sein Schlusswort benötigte W. eine Stunde. Seine beiden Anwälte hatten sich deutlich kürzer gefasst. Auch angesichts des eng beschriebenen Manuskripts des Mannes, dem im Laufe der Verhandlung nachgewiesen worden war, dass er seine Frau nicht nur leicht geschlagen, sondern ihr schwerste, am Ende tödliche Kopfverletzungen zugefügt hatte. Mit einem Morgenstern. Warum auch immer der zum Hausrat des Ehepaars gehörte. Die zehn Zentimeter langen Dornen der Waffe habe er abgeschraubt, bevor er seine gut fünf Jahre jüngere Frau im Schlafzimmer heimsuchte. Ein Beleg dafür, dass er sie keinesfalls habe töten wollen, führte der Mann wortmächtig aus. Nur bestrafen, weil er sicher war, dass sie ihn seit Monaten betrüge. Zwei jüngere Liebhaber habe sie, glaubte er. Freilich: „Das ist nicht ihre Schuld. Sondern meine.“ Seit einiger Zeit sei er impotent. Dass seine Frau noch sexuelle Lust verspüre, sei mit den Psychopharmaka zu erklären, die sie seit einem schweren Zusammenbruch vor 40 Jahren nehme.

Immer wieder attackiert

Am Tattag war es zum Streit zwischen den Ehepartnern gekommen, die seit 54 Jahren zusammen waren. Und zwar in großer Harmonie. In dieser Hinsicht immerhin stimmten Walter W., Staatsanwältin und Gericht überein. Wie aber der Nachmittag in der Wohnung an der Heinrich-Böll-Straße verlaufen war – da gab es keine Parallele. Gerichtsmediziner Dr. Thomas Kamphausen hatte dargelegt, wie brutal W. seine Frau angegangen war. Nicht in einer einzigen Affekt-Tat: Es waren eineinhalb Stunden, in denen der Mann sie immer wieder attackierte. Im Lauf des Streits habe seine Frau gesagt: „Alle Impotenten begehen Selbstmord.“ Eine zusätzliche Schmach für Walter W.. Welche Aggressionen er außerdem gegenüber einem vermeintlichen Liebhaber hegt, unterstrich der 82-Jährige nochmals mit seiner Stellungnahme am Donnerstag: Der als Zeuge verhörte Mann mache sich Frauen mit aphrodisierenden Substanzen gefügig.

Die Kammer unter Vorsitz von Oliver Kuttig musste daher auch die Frage beantworten, ob nach dem Tod seiner Frau die Eifersucht des Walter W. endgültig erlöschen, dass der 82 Jahre alte, vital wirkende Mann die vermeintlichen Liebhaber in Ruhe lassen würde. Nein, war die Antwort: Walter W. wurde am Donnerstag wieder in die Psychiatrische Klinik gebracht.

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