Leverkusen – Ben Sharisani nimmt die brennende Fackel in seine Hand, reißt den Mund auf und lässt die Flammen anschließend über seine Zunge lecken. Dabei umringen ihn zwei andere mit je einer Fackel in der Hand. Die Männer wählte der Feuerkünstler zuvor aus dem Publikum des 36. Aquilafestes in Küppersteg aus. Er rollt die Fackel über seine Arme, zeigt dabei keinerlei Reaktion. Dann fordert er seine zwei Assistenten auf, es ihm gleich zu tun. Die schütteln jedoch nur den Kopf und lachen.
Sharisani ist einer der zahlreichen Programmpunkte am Familiensamstag des alljährlichen Aquilafestes. Die Aquila-Bürgervereinigung organisiert schon seit mehr als 30 Jahren jedes Jahr das so genannte Aquilafest, bei dem sich die Bewohner der Siedlung treffen und austauschen können. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, nachbarschaftliche Beziehungen zu pflegen und zu fördern.
Regelmäßige Treffen
Jeden zweiten Freitag im Monat lädt er zu einem offenen Treff ein, bei dem er die Mieter beispielsweise bei Problemen berät. Die Vereinigung gibt an, unter anderem für die Verkehrsberuhigung in der Aquilasiedlung und abgetrennte Stellplätze für die Papiercontainer gesorgt zu haben. Aktuell hat der Verein die Kanzlei Neufeld wegen unstimmiger Nebenkostenabrechnungen der Vonovia beauftragt. Dazu werde es dem Vorstandsvorsitzenden Ralf Gross zufolge demnächst positive Neuigkeiten geben.
Gross wohnt schon seit seiner Geburt in der Siedlung am Aquilapark und ist bereits seit 2007 erster Vorsitzender des Vereins. „Ich bin nie raus aus diesem Viertel gekommen“, sagt er. Es mache ihm einfach Spaß, etwas für die Gemeinschaft zu tun, in der er seit Jahrzehnten lebt.
Hilfe bei den Getränken
So gehe es seiner Meinung nach aber leider immer weniger Menschen. Schon seit Jahren werde es immer schwieriger, Freiwillige zu finden. Der Verein braucht ehrenamtliche Helfer, beispielsweise für den Getränkestand. „Wir haben versucht, Freiwillige durch den offenen Treff zu finden. Aber kaum haben wir sie, sind sie auch schon wieder weg“, sagt Gross. Er bemerke seit Jahren immer weniger Interesse. Lieber würden die Menschen feiern als helfen.
Ähnlich sieht das die Schriftführerin des Vereins, Manuela Warring. Anfang des Jahres habe sie mit den Vorstandskollegen nach ehrenamtlichen Helfern gesucht. Das Fest hätte ihrer Meinung nach ohne die Unterstützung anderer Vereine wie der Bürgervereinigung Kolonie II und III nicht stattfinden können.
Freunde sind eingesprungen
Kurzfristig seien auch einige ihrer Freunde eingesprungen und hätten Schichten am Getränkestand übernommen. Sogar ihre beiden Töchter hätten sich freiwillig gemeldet und unter anderem die kostenlose Hüpfburg beaufsichtigt. „Das war wahnsinniges Glück“, sagt sie.
Spaß hat sie aber trotz des Organisationsstresses jedes Jahr. „Egal wie lange man sich nicht gesehen hat, hier trifft man sich“, sagt die Schriftführerin. Besonders schön findet sie, dass alle Altersklassen vertreten seien.
Der gleichen Meinung sind auch die beiden Besucherinnen Denise Klötzer und Raphaela Küpper. „Hier ist für alle etwas da. Für die Kinder zum Beispiel der Clown und die Hüpfburg“, sagt Küpper. Bei der alljährlichen Misswahl mit verschiedenen Geschicklichkeitsspielen am Freitagabend wollten die Freundinnen allerdings nicht teilnehmen. Die gewann in diesem Jahr die Leverkusenerin Alexandra Mayer.
