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Erhard SchoofsDas politische Energiewunder steigt aus der Leverkusener Politik aus

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Erhard Schoofs. Foto: Ralf Krieger

Erhard Schoofs hat sein Mandat im Rat niedergelegt.

Der Gründer der Bürgerliste hat sein Ratsmandat niedergelegt. Mit 82 Jahren fühlt er sich inzwischen zu alt.

Erhard T. Schoofs hat sein Ratsmandat niedergelegt. „Mein Körper will nicht mehr“, sagt der Mann, der in den vergangenen Jahren zwar mit abnehmender Präsenz, aber immer noch voller Energie für seine Themen eingetreten ist. Mehrere Krankenhausaufenthalte stecken dem Bürgerlisten-Chef in den Knochen. „Ich habe die Nase gestrichen voll, jetzt will ich nicht mehr“, sagte er am Donnerstag am Telefon. Wie ernst es ihm damit ist, lässt sich vielleicht daran ermessen: Den Anruf nahm er im Bett liegend entgegen; als einer der profiliertesten Autobahn-Ausbau-Gegner sollte er zu den neuen Entwicklungen Stellung nehmen. Aber davon hatte er am Vormittag noch nichts gehört, was untypisch ist.

Am Mittwoch hat er dem Wahlamt seinen Rückzug bekannt gegeben. Am Donnerstagabend erwartete er noch den Besuch eines Beamten, der bei ihm daheim in Rheindorf vorspricht, weil die offizielle Urkunde noch zu unterzeichnen war.

In der SPD wollte er nicht mehr sein

Aus der Leverkusener Politik ist Schoofs eigentlich kaum wegzudenken. Am 1. Februar 1994 gründete der Rheindorfer gemeinsam mit anderen ausgetretenen Genossen die Bürgerliste. Seine politische Heimat SPD hatte er verlassen, nachdem ihn seine Partei wegen grundsätzlicher Differenzen aus der Ratsfraktion ausgeschlossen hatte.

Erhard Schoofs sitzt zu Hause an seinem Tisch.

Erhard Schoofs hat sein Ratsmandat niedergelegt und ist jetzt mehr zu Hause (Archivbild).

Die Fraktionen von SPD und CDU dienten nicht mehr der Bevölkerung, die Mitglieder verfolgten nur noch eigene Interessen. Das hielten die Mitglieder der ersten Stunde der als Verein aus der Taufe gehobenen Bürgerliste schriftlich als Grund fest, weshalb sie sich zu der neuen Gruppierung zusammengeschlossen hatten.

Erhard Schoofs und einige Mitstreiter, darunter Karl Schweiger, waren damals Ratsmitglieder; sie konnten von Anfang an eine eigene Fraktion bilden. Im Rheindorfer SPD-Ortsverein löste Schoofs’ Parteiaustritt eine Welle an Nachfolgern aus. Der „Leverkusener Anzeiger“ berichtete von über 40 Parteigenossen, die ihm nachfolgten. Seither ist Schoofs mit seiner Fraktion ein fester Bestandteil des Leverkusener Rats. Wegen seiner häufigen Wortmeldungen hat er manchen Kollegen und manche Kollegin genervt.

Mit Lautsprechern auf dem Dach durch die Stadt

Bevor Schoofs, von Krankheiten geschwächt, jetzt sein Ratsmandat aufgegeben hat, kannte man ihn als Mann mit einer scheinbar niemals versiegenden Energie: Als er sich schon mit erheblichen Knieproblemen herumschlug, pflasterte er die Stadt mit seinen gelben Plakaten zu, bis ihm das Plakatieren außerhalb der Wahlkampfzeiten per Ratsbeschluss untersagt wurde. In einem Wahlkampf hatte er Lautsprecher auf seinem Auto montieren lassen, um Wähler so zu erreichen. Er kämpfte gegen Güterzuglärm, aktiv kümmerte er sich um Mieter, die unter unmöglichen Bedingungen lebten. 

Unerschöpflich schien seine Energie, die er zugunsten einer Tunnellösung in den vergangenen zehn Jahren in die Abwehr der oberirdischen Autobahn-Ausbaupläne gesteckt hat.

Der 82-jährige Erhard Theodor Schoofs war in der Bürgerliste und in der Ratsfraktion fast 40 Jahre der bestimmende Mensch. Manchen zu bestimmend, denn neben ihm war manchmal wohl wenig Raum für Gegenmeinungen, das hielt nicht jeder aus. Den Verein leitet seit einiger Zeit schon Horst Müller, der auch für Schoofs im Rat nachrückt, die Fraktion führt Karl Schweiger.