Leverkusen-Rheindorf – Ob der Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr in Rheindorf juristische Konsequenzen hat, ist noch offen. „Die Frage, ob einem der Beteiligten eine Schuld zugewiesen werden kann, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden“, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Unklar sei auch noch, wer die Kosten für den mehrstündigen Einsatz tragen wird. Am Freitag hatte ein Familienstreit für Aufruhr gesorgt. Eine Frau hatte morgens die Polizei alarmiert, nachdem ihr Sohn gedroht hatte, das derzeit unbewohnte Haus der Familie in der Feldtorstraße in die Luft zu sprengen. Am Nachmittag wurde der 41-Jährige in seiner Wohnung, die rund 300 Meter entfernt von dem Haus liegt, festgenommen.
Zwei Gasflaschen
Die Polizei war zunächst davon ausgegangen, dass er sich in dem Backsteinhaus verschanzt hat und eine Gasexplosion verursachen könnte. „Der Mann soll im Besitz von zwei Gasflaschen gewesen sein“, so die Polizeisprecherin. Ob die Drohung, das Haus in die Luft zu sprengen, ernst gemeint war, scheint im Nachhinein aber fraglich. „Den Streit in der Familie hat es gegeben. Aber vielleicht ist von der Mutter in die Aussage ihres Sohnes zu viel hineininterpretiert worden.“ Für die Polizei stand nach dem Anruf aber zunächst die Gefahrenabwehr im Vordergrund. „Die Umgebung um das Haus ist dicht besiedelt, in der Straße befindet sich eine Schule. Die Drohung wurde von uns ernst genommen und das zieht dann eben einen Rieseneinsatz nach sich“, erläuterte die Sprecherin.
Der 41-Jährige, der mit seiner Lebensgefährtin und einem Sohn in einem Mehrfamilienhaus in der Straße Im Buschkämpchen wohnt, wurde nach der Festnahme, die laut Polizei ruhig und problemlos verlief, am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Einen Anlass, ihn in Haft zu lassen, habe es nach der Vernehmung und der Durchsuchung seiner Wohnung nicht gegeben. Die Ermittlungen liefen aber trotzdem weiter.
