Alles ist jetzt eine Klimafrage. Seit den Tagen der Wikinger ist nicht mehr so viel Angst von Nordeuropa aus verbreitet worden. Es treibt die Menschen auf die Straßen und in Debatten. Vertraute Alltagshandlungen werden zu Rechtfertigungsvorgängen vor dem Weltklima und den Mitmenschen. So viel Weltanschauung war lange nicht. Und so viel Kulissenschieberei. Denn wenn es von der guten Absicht zur guten Tat geht, lauern erst die Gefahren.
Da will Leverkusen – es hat ja auch den Klimanotstand ausgerufen – bienenfreundlich summen und den Verkehr zum Besseren wenden, Berufspendler zu Stadtradlern umerziehen. Dafür werden nicht nur Parkplätze verknappt und verteuert, dafür müssen natürlich auch gute Radwege her. Und wenn die Fachleute noch so warnen und es selbst erfahrene Zweirad-Lobbyisten für übertrieben halten: Dann muss der Radweg durch den Wald eben asphaltiert werden. Nur einen Kanal dazu hält man dann für übertrieben. Man muss diesen Ökos ja auch mal Grenzen zeigen. Bei nächster Gelegenheit geht das auch wieder andersrum, wenn der Gewässerschutz geheiligt wird. Aber engagiert klingt das schon, oder?
Spätestens jetzt werden die Auswirkungen des Klimas und seines Schutzes auf das Betriebsklima mancherorts sichtbar. Etwa in unserer Stadtpolitik. Es geht ja stramm auf die Kommunalwahl im Herbst 2020 zu und da heißt es, sich in Stellung bringen. Haben ein paar schon gemacht, andere lauern noch, treten ein oder über. Und aufgepasst: Selbst wenn man es an die Spitze der Bewegung gebracht hat, lauert im Unterholz von hinten die Gefahr. Da heißt es: Aufpassen wie ein Luchs.

Copyright: Britta Berg