Leverkusen – Der Wechsel ist geschafft. Ein Dreivierteljahr nach dem frühen Tod von Hermann Spreen junior ist der Spezialist für Gartengeräte und Landmaschinen in neue Hände übergegangen. Und wenn der persönliche Eindruck nicht sehr täuscht, passen die Spreens, die Firma und die neuen Besitzer sehr gut zusammen. Edgar und Beate Jakobs haben das Unternehmen an der Burscheider Straße übernommen und setzen offenbar alles daran, weiterhin auf die Stärken der Traditionsfirma zu bauen: Service, Teamgeist, Sinn für Material.
Damit hat sich die 1844 von Carl Lang gegründete Firma bis heute nicht nur auf dem Markt gehalten, sondern sich auch einen guten Namen gemacht. Helga Spreen, heute 81 Jahre alt, hat auch die harten Jahre im und nach dem Krieg mitgemacht. Sie erzählt von der Fliegerbombe, die mitten auf dem Firmengelände herunterkam, ein Pferd in den Tod riss – was wiederum einem Mann das Leben rettete. Und davon, was die heute noch vorhandenen Obstbäume direkt nach dem Krieg wert waren: unter anderem die 4000 Mark, die ein moderner Lufthammer für die Schmiede eigentlich gekostet hätte. Der Hersteller aus Hückeswagen habe seinerzeit gesagt: „Ihr habt doch das viele Obst. Dann bezahlt ihr eben damit“, berichtete Helga Spreen.
Edgar Jakobs kann mit solchen Geschichten etwas anfangen. Nicht nur, weil er seit 1999 in Nagelsbaum wohnt und Spreen selbstverständlich kennt. Der 49 Jahre alte Metallbaumeister und Fachingenieur für Maschinentechnik hielt zuletzt die Hälfte der Anteile eines Baumaschinenhandels in Hilden. Jetzt sah er die Chance gekommen, sich mit seiner Frau Beate komplett unabhängig zu machen. Den beinahe familiären Geist im Unternehmen schätzt er über alle Maßen, für die achtköpfige Belegschaft hat Jakobs nur eine knappe Bezeichnung: „top“.
Dass der neue Chef die Ansprüche des Hauses befriedigen kann, da sind Helga und ihre Tochter Elke Spreen zuversichtlich. „Den Betrieb weiterführen, das war mein Wunsch. Den Richtigen finden, das war ein Problem“, bilanziert Helga Spreen die fast ein Dreivierteljahr währende Suche. In Kontakt sei man über die Unternehmensbörse der Kölner Handwerkskammer gekommen, berichtete Elke Spreen am Donnerstag. An Aschermittwoch gab es den ersten persönlichen Kontakt, am Karsamstag wurden die Verträge unterschrieben. „Wir haben das alles in der Fastenzeit abgewickelt“, sagte Edgar Jakobs und lächelte.
Der Betrieb samt Inventar ist damit an die neuen Besitzer übergegangen; das Firmengrundstück an der Burscheider Straße 116 bleibt aber im Familienbesitz. Beate und Edgar Jakobs sind nur Mieter, Helga Spreen bleibt im Haus wohnen. Hier und da wird umgebaut, die uralte Schmiede wird aufgeräumt und soll für Veranstaltungen geöffnet werden. Die Türen zwischen Privatwohnung und Laden werden geschlossen, betont Jakobs: „Damit Frau Spreen Ruhe hat.“
