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Gastronomie in LeverkusenIn die Wiesdorfer Strandbar wird regelmäßig eingebrochen

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Die beiden Besitzer Gunnar Diez und Michael Endres

Wiesdorf – Ringe unter den Augen sind für Gastronomen im Saisongeschäft eigentlich relativ normal, aber so langsam reicht es Gunnar Diez und Michael Endres. Die beiden Besitzer der Wiesdorfer Strandbar am Rhein neben der Brücke kommen kaum noch eine Nacht dazu, durchzuschlafen. Der Name Wachdienst hat für die beiden eine neue Bedeutung bekommen, denn seit die Alarmanlage in ihrer Bar als „stiller Alarm“ bei einer Sicherheitsfirma aufgeschaltet ist, werden die Barkeeper fast jede Nacht wach geklingelt, weil ständig Einbrecher und Eindringlinge in ihrer Bar erwischt werden. Seitdem wissen sie, was in ihrem Geschäft los ist, wenn es dunkel ist.

Die Strandbesitzer bestätigen den Trend der Einbruchszahlen, den auch die Polizei kürzlich bekanntgegeben hat. „Drei Jahre hatten wir hier ziemlich Ruh“, sagt Gunnar Diez. Dann gab es über Karneval in diesem Winter einen größeren Einbruch: Die Diebe waren nicht besonders wählerisch, sie rissen in der Küche in einer der Bretterbuden die Kacheln mit brachialer Gewalt von den Wänden, um an die Kabel dahinter zu kommen. Küchengeräte fehlten, demontiert wurden die Getränke- Leuchtreklamen in der Bar. Dort standen auch leere Kästen im Kreis, die Einbrecher fühlten sich sicher, sie hatten sich mit den Resten aus den Schnapsflaschen vom Sommer 2014 offenbar ordentlich einen eingeschenkt.

Lautsprecher ausgeschaltet

Der Schaden lag im hohen vierstelligen Bereich. Häufen sich Einbrüche, fordern Versicherungen bessere Alarmeinrichtungen oder sie kündigen den Vertrag. Um dem vorzubeugen installierten Diez und Endres vor drei Wochen neue Bewegungsmelder und Infrarotkameras, deren Bilder bei Alarm übers Netz in der Zentrale einlaufen und dort vom Wachdienst bewertet werden. Der Dienst benachrichtigt sofort die Polizei – und die schlafenden Barbesitzer. Zunächst gab es auch noch eine Sirene. Weil die Polizei aber in den ersten zwei Wochen fünfmal ohne Erfolg ausrücken musste, nachdem Einbrecher zwar etwas kaputt gemacht hatten, aber sich dann absetzen konnten, wurde der Lautsprecher vor drei Wochen ausgeschaltet. Man wollte der Täter habhaft werden. Seitdem gab es wieder drei Einbrüche.

In nur einer Woche war die Polizei zweimal erfolgreich: Zwei Ganoven konnten fest genommen werden. Einer davon sitzt laut Gunnar Diez jetzt sogar in Untersuchungshaft, weil er keinen festen Wohnsitz hat. Diez und Endres hoffen, dass sich das in der Szene herumspricht. Die Diebe seien ein bisschen doof, finden die beiden. Vielleicht können viele auch gar nicht lesen, denn am Zaun hängen viele Schilder, die auf die Überwachung hinweisen.

Aufseiten der Barbesitzer geht die Aufrüstung derzeit weiter: „Wir haben dicke neue Stahltüren gekauft“, sagt Endres. Die Kasse wurde aufgebrochen, eine neue kostet 1500 Euro. Dafür kommt keine Versicherung auf.

Die Hoffnung ist, demnächst wieder öfter mal durchzuschlafen. Und der zunehmenden Kriminalität vielleicht doch irgendwann einmal Herr werden zu können. „Denn“, so Diez, „ich hab vom vielen aufstehen fast schon Tränensäcke wie Inspektor Derrick!“