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Gleisbau-Akademie in Leverkusen Nur die Chefin ist noch an Bord

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So modern kann Gleisbau sein. Bei der Einweihung vor zwei Jahren präsentierte die Akademie ihre Ausstattung.

Leverkusen – Der Neustart der Opladener Gleisbau-Akademie in der Bahnstadt geschieht personell bei Null. Darauf weist ein früherer Mitarbeiter der Einrichtung hin, die Ende Januar nach nur 20 Monaten geschlossen worden war. Die komplette Belegschaft wurde auf die Straße gesetzt – „aus wirtschaftlichen Gründen“, wie die im Januar erst ganz kurz amtierende Geschäftsführerin der Einrichtung, Silvia Goronzy, erklärte.

Sie ist freilich auch in der neuen Akademie an der Spitze, die vom „Global Rail Trust“ aufgesetzt wurde, der mit dem Wiener Gleisbaukonzern Plasser und Theurer verwoben ist. Auch das ist eine Parallele zur Vorgänger-Akademie, der eine blühende Zukunft vorausgesagt wurde.

Daran, dass der Bedarf an Gleisbau-Spezialisten enorm ist, hat sich nach Überzeugung von Branchenkennern auch nichts geändert. Der Beruf ist nicht eben beliebt, die Arbeit bei Wind und Wetter draußen und oftmals nachts, um das Schienennetz nicht zu stark zu blockieren, schreckt viele ab. Dazu kommt: In der Branche arbeiten sehr viele Ältere, es droht ein großes Nachwuchsproblem.

Vor diesem Hintergrund warf die plötzliche Schließung der im Mai 2019 in einem Neubau an der Werkstättenstraße eröffneten Akademie in der Belegschaft viele Fragen auf. Zwar mussten wegen der Einschränkungen durch den Kampf gegen die Corona-Pandemie sehr viele Präsenz-Veranstaltungen abgesagt werden. Aber das erschien einigen Mitarbeitern der Akademie als Begründung doch zu dürftig. Mit Blick auf den ersten Aderlass, dem auch der Leiter der Einrichtung, Antonio Intini, zum Opfer fiel, ließ viele eher an eine Art „Säuberungsaktion“ denken, sagt ein früherer Angestellter. Intini hätte den Schulungsmethoden bei Plasser und Theurer über viele Jahre seinen Stempel aufgedrückt. Sein unfreiwilliger Abgang sei also ein herber Verlust.

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Mit Blick auf die Kündigungswelle in der Akademie und die derzeitige Personallage erntet Uwe Richrath Unverständnis: Der Oberbürgermeister hatte sich vor reichlich zwei Wochen sehr zufrieden mit dem Neustart gezeigt. Derzeit hat die neue „Global Rail Academy“ ausweislich ihres Internet-Auftritts sechs Mitarbeiter, von denen drei dem eigentlichen Trainingsbetrieb zuzuordnen sind.