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ImmobilienSo lange sind Wohnungskäufer in Leverkusen im Kostenvorteil zu Köln

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Die Fassade von Neubauwohnungen

Ein Mehrfamilienhaus (Symbolbild)

Wer statt in Köln in Leverkusen eine Wohnung kauft und pendelt, ist unter Umständen fast ein Arbeitsleben lang im Kostenvorteil.

Immobilieninteressenten in Köln können davon ein Lied singen: Die Preise für Häuser und Wohnungen sind oft fast unerschwinglich hoch. Viele Singles, viele junge Familien, aber auch viele Paare ohne Kinder treffen in dieser Situation mit Blick auf ihre finanziellen Möglichkeiten eine Entscheidung: Sie kaufen nicht in Köln, sondern im Umland um die Millionenstadt, zum Beispiel in Leverkusen oder Leichlingen. Und das rechnet sich, hat die Postbank anlässlich der Veröffentlichung ihres Wohnatlas 2023 am Montag bekannt gegeben.

Die Bank hat sich vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut eine Modellrechnung entwickeln lassen, mit der sich die zusätzlichen Kosten fürs Pendeln von einer Wohnung aus dem Kölner Umland zum Arbeitsplatz in Köln beziffern lassen. Im Wohnatlas listet die Postbank auf, wie lange sich der Kauf einer Immobilie im Kölner Speckgürtel rechnet, je nachdem, ob man mit dem eigenen Auto oder mit Bus und Bahn zur Arbeit fährt. Die Wirtschaftswissenschaftler sind bei ihrer Berechnung von einem Pendler pro Familie ausgegangen und haben auch Homeoffice-Tage berücksichtigt.

Demnach ist insbesondere der Kauf einer Wohnung in Leverkusen für Arbeitnehmer mit Job in Köln finanziell sehr lange attraktiv, länger als in jeder anderen Kommune im Kölner Umland. Wer sich eine 70-Quadratmeter-Wohnung in Leverkusen zulegt, kann nach der Modellrechnung der Hamburger Wissenschaftler 38,7 Jahre mit Bus und Bahn pendeln, bevor der Kostenvorteil gegenüber dem Kauf einer gleich großen Wohnung in Köln aufgebraucht ist, also eigentlich ein ganzes Arbeitsleben lang. Auch wer fürs Pendeln das eigene Auto nutzt, kann 20,6 Jahre in Leverkusen wohnen, bevor der Kostenvorteil gegenüber dem Immobilienerwerb in Köln ausgeglichen ist. 

Pendeln nach Köln lohnt sich umso mehr, je größer die Wohnung ist

Auch in Leichlingen sind Wohnungen deutlich günstiger als in Köln. In der Blütenstadt ist der Kostenvorteil für Beschäftigte mit einem Kölner Arbeitsplatz jedoch viel schneller aufgebraucht als in Leverkusen, was auch mit dem deutlichen längeren Weg für Pendler zu tun hat. Käufer einer 70-Quadratmeter-Wohnung in Leichlingen, die in Köln arbeiten, genießen 15,4 Jahre lang einen Kostenvorteil gegenüber dem Kauf einer gleich großen Wohnung in Köln, wenn sie mit dem ÖPNV pendeln und 7,9 Jahre lang einen Kostenvorteil, wenn sie mit dem Auto nach Köln und zurück fahren. 

Noch länger währt der Kostenvorteil für Käufer von größeren Wohnungen im Kölner Umland, die in der Domstadt arbeiten. Eine Familie etwa, die sich in Leverkusen eine 120-Quadratmeter-Wohnung kauft, braucht laut dem Rechenmodell 66,3 Jahre, bis sie bei einem Berufspendler, der mit Bus und Bahn täglich nach Köln fährt, den Kostenvorteil gegenüber dem Kauf einer ebenso großen Wohnung in Köln aufgebraucht hat. Kommt noch Homeoffice dazu, genießt die Familie sogar 103,2 Jahre einen Kostenvorteil.

Auch beim Kauf einer großen Wohnung in Leichlingen rechnet sich dieser Kauf deutlich länger verglichen mit dem Erwerb einer solchen Wohnung in Köln. Für Leichlingen ergibt das Modell 26,4 Jahre, bis der Kostenvorteil aufgebraucht ist, bei täglicher ÖPNV-Nutzung nach Köln. Kann der Berufspendler auch im Homeoffice arbeiten, sind es bei einer 120-Quadratmeter-Wohnung in Leichlingen 41,9 Jahre, bis der Kaufpreisvorteil ausgeglichen ist.