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Geförderte Case-ManagerSo will Leverkusen eine intensivere Migrationsarbeit erreichen

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Leverkusen zieht Menschen an, auch mit Migrationshintergrund. Die sollen nun durch ein vom Land gefördertes Programm leichter integriert werden.

Leverkusen – Der Behördendschungel ist oftmals schon für Deutsche nicht leicht zu durchschauen, für Menschen, die aus dem Ausland hierherziehen und die Sprache nicht gut beherrschen, noch viel mehr. Mit einem NRW-Programm, das sich „Kommunales Integrationsmanagement“ nennt, will die Stadt Leverkusen hier unterstützen. Bereits Ende 2020 hat die Stadt die Teilnahme an dem Förderprogramm beantragt, nun sei sie bewilligt worden, schreibt die Stadt. Jährlich erhält die Stadt dafür 625.600 Euro.

Was ist das Ziel?

Ziel ist es, Zugewanderte bei der Integration zu unterstützen und einen kontinuierlichen Prozess zu gewährleisten. Auch will man mit einer besseren Verzahnung Verzögerungen und Hürden an den Schnittstellen verschiedener Zuständigkeiten vermeiden. Zugleich sollen mit Hilfe des „Kommunalen Integrationsmanagements“ Rückschlüsse gezogen werden, wo es noch welchen Bedarf beim Thema Integration gibt und an welcher Stelle Strukturen verbessert werden müssen.

Wie sieht das konkret aus?

Das Herzstück des Programms liegt im sogenannten Casemanagement, also der Einzelfallarbeit, heißt es bei der Stadtverwaltung. Hier werden Menschen mit Migrationsgeschichte über ihren gesamten Integrationsverlauf von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitet, beraten und mit weiteren Beratungsstellen zusammengeführt.

Auch wenn sich die aufenthaltsrechtliche oder berufliche Situation ändert, zum Beispiel wenn eine Qualifizierungsmaßnahme endet, bleibt für den Einzelnen ein Casemanager immer die feste Ansprechperson. Die Stadt erhofft sich, dass dadurch individueller auf die Menschen eingegangen werden kann, dass aber auch Lücken in der Integrationsstruktur insgesamt identifiziert werden könnten.

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Sozialdezernent Alexander Lünenbach betont: „Das Kommunale Integrationsmanagement ist für Leverkusen eine große Chance. Es bedeutet für jeden Einzelnen mehr Transparenz und Klarheit, wer Ansprechpartner ist und wo es Hilfe gibt.“

Wie wird das umgesetzt?

Fünf neue Stellen sollen dazu geschaffen werden, zwei bei der Stadt und drei bei Trägern der Freien Wohlfahrtspflege. Wolfgang Klein, Direktor des Caritasverbandes Leverkusen, begrüßt die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, weist aber darauf hin, dass darauf geachtet werden müsse, dass „keine bürokratischen Hürden oder hinderliche Parallelstrukturen“ aufgebaut werden.

Vonseiten der Stadt koordiniert das Kommunale Integrationszentrum (KI) die Umsetzung des Programms. Die Stadtverwaltung sieht in dem neuen Programm „viel Potenzial“. „Dadurch werden Integrations- und Teilhabechancen für alle Menschen mit Migrationsgeschichte in Leverkusen langfristig maximiert.“  Die neuen Mitarbeitenden müssen noch geschult werden, im Ausschuss für Gesundheit und Soziales war kürzlich die Rede davon, dass es bis Mitte 2022 dauern könne, bis man loslegen kann.

Wer ist die Zielgruppe?

Besonderer Fokus liege dabei zunächst auf Zugezogenen, die über 18 Jahre alt sind und in den vergangenen fünf Jahren nach Leverkusen gezogen sind und aufenthaltsrechtlich geduldeten und gestatteten Personen. Das sind 6.729 Personen (Zugezogene, allerdings alle Altersgruppen, Stichtag Oktober 2020), 305 Personen über 18 Jahren werden gestattet und 220 seien geduldet, zählt die Verwaltung auf. Zum Einordnen: Insgesamt gebe es 50.940 Bürger mit Migrationshintergrund, hier ist die Grundlage allerdings der Zensus 2011.

Auch, wenn das Land NRW das Projekt fördert, rechnet die Stadt damit, dass die tatsächlichen Kosten die Summe übersteigen. Hinzu kommt, dass die Landesförderung bis Ende 2022 befristet ist. Die Verwaltung hat eine Beschlussvorlage in den Rat der Stadt Leverkusen eingebracht, die die Finanzierung sichern soll. Am 13. Dezember wird er hierüber entschieden.