Der endgültige Verlauf, Leverkusen oder der Kölner Norden, steht noch nicht endgültig fest. Unangenehme Erinnerungen an den Bau der Erdgasleitung sind noch frisch.
KohlendioxidleitungPipeline-Trasse könnte auch durch Leverkusen führen

2021 wurde eine Pipeline durch Leverkusen gezogen, hier liegt sie vor der Verlegung in Edelrath auf einem Feld. Zurzeit plant die selbe Baufirma eine Kohlendioxidleitung.
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Der Bau der Erdgasfernleitung, die von 2020 bis 2022 durch Rheindorf, Hitdorf, Leichlingen und die östlichen Leverkusener Stadtteile gelegt wurde, dürfte manchem noch in schlechter Erinnerung sein. Jetzt plant der Pipeline-Bauer Open Grid Europe eine weitere Pipeline, in der unter Hochdruck flüssiges Kohlendioxid transportiert werden soll. Diese Pipeline könnte später auch durch Leverkusen führen.
Die Vorplanung der Pipeline ist offenbar fertig; ab 25. September 2026 bis einschließlich 26. Oktober 2026 werden die Pläne bei den Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf veröffentlicht, damit die Öffentlichkeit und die in ihren Belangen berührten Stellen Gelegenheit bekommen, Stellung zu nehmen. Besonders die Stadtverwaltung dürfte gefordert sein, sich damit zu beschäftigen.
Bisher wurden grobe Zeichnungen mit dem Verlauf einer Vorzugstrasse und Varianten veröffentlicht. Genauere Pläne haben uns trotz Anforderung weder die Kölner Bezirksregierung noch das Pipeline-Baunternehmen Open Grid Europe zugeschickt.
Die Vorzugsvariante für die Trasse scheint dieses Mal nicht durch Leverkusen zu führen. Die Leitung beginnt linksrheinisch in Wesseling und soll demnach durch den Kölner Norden verlaufen. Sie käme erst nördlich von Hitdorf unter dem Rhein in Monheim auf die rechtsrheinische Seite, um weiter nach Duisburg zu verlaufen, wo eine zweite Leitung aus Gelsenkirchen angeschlossen wird.
Falls eine Planungsvariante gewählt würde, wäre Leverkusen wieder betroffen
Aber Leverkusen ist noch nicht ganz raus aus dem Spiel: In Betracht gezogen werden Varianten, die durch die Stadt verlaufen könnten, weshalb sich ein Blick auf die Pläne lohnen wird: Auf dem groben Übersichtsplan der Bezirksregierung sieht es so aus, als könnte die CO2 -Pipeline entlang bestehender Trassen verlegt werden. Zum Beispiel an der vor sechs Jahren gebauten Erdgasfernleitung. Dann hätten auch die Waldsiedlung, Steinbüchel, Bergisch Neukirchen, Opladen, Leichlingen, Burscheid und Rheindorf Berührungspunkte mit der neuen Leitung.
Das Kohlendioxid soll unter hohem Druck mit 90 bis 180 Bar als Flüssigkeit, nicht als Gas durch unterirdische Leitungen aus hochfestem Spezialstahl strömen. Große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid, zum Beispiel aus der Zement-, Kalk- oder Abfallwirtschaft, sollen nicht in die Atmosphäre abgelassen werden, sondern in ausgebeutete Gas- oder Öllagerstätten eingepresst oder zum Teil in der chemischen Industrie industriell verarbeitet werden. Das grenzüberschreitende Infrastrukturprojekt für Wasserstoff und CO2 wird gefördert von der EU. Es wird „Delta Rhine Corridor“ genannt.
Die Erinnerung an den Bau der Erdgasfernleitung ist noch ziemlich wach in der Stadt: Für das 90 Zentimeter dicke Rohr legte die Firma Open Grid Europe eine über 20 Kilometer lange, mehr als 20 Meter breite Bautrasse an, auf der jeder Baum und Strauch gerodet wurde. Das damalige Planfeststellungsverfahren für die Erdgasleitung ging – aus welchen Gründen auch immer – in Leverkusen nahezu geräuschlos über die Bühne. Kaum jemand nahm Notiz davon. Nicht nur die Fällung eines alten Buchenbestandes am Neuenkamper Weg für die Gasleitung rief schieres Entsetzen hervor. Zu spät kam auch die Erkenntnis, dass die Leitung mit dem potenziell gefährlichen Inhalt in der Waldsiedlung direkt neben der Grundschule verläuft.
Selbst der Leverkusener Stadtrat nahm eine ablehnende Haltung ein, als der Betreiber nachträglich Details in den Plänen änderte. Aber es nützte nichts, alle Einsprüche kamen zu spät: Was einmal in einem Planfeststellungsverfahren genehmigt wurde, wird auch gebaut.
Ab dem 25. September läuft zunächst eine Raumverträglichkeitsprüfung an, noch kein Planfeststellungsverfahren, das kommt später. Es wird auch darum gehen, welche Trassenvariante endgültig gewählt werden soll.
