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Mögliche Asbestbelastung
Stadt Leverkusen erstattet Anzeige – Vonovia nimmt Stellung

4 min
Auch das Lanuk, Landesamt für Natur, Umwelt und Klima, war am Mittwoch im Einsatz.

Auch das Lanuk, Landesamt für Natur, Umwelt und Klima, war am Mittwoch im Einsatz.

In Steinbüchel waren Anwohnerinnen und Anwohner eines achtstöckigen Wohnhauses evakuiert worden, weil der Verdacht auf Asbestbelastung besteht.

Um 0.27 Uhr in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gibt die Stadt Leverkusen Entwarnung: Der Einsatz der Feuerwehr an der Käthe-Kollwitz-Straße sei beendet. Bei Sanierungsarbeiten an einem Mehrparteienhaus war am Dienstagabend (1. September) Staub aufgewirbelt worden, wodurch es zu einer Asbestbelastung gekommen sein könnte. In ihrer Mitteilung schreibt die Stadt von einem „Verdachtsfall“. 45 Personen seien in dem Haus gemeldet, 31 Personen und mehrere Tiere wurden evakuiert.

Die Anwohnerinnen und Anwohner des achtstöckigen Gebäudes wurden am Abend von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt und von Einsatzkräften der Feuerwehr versorgt. Die Feuerwehrleute halfen ihnen mit Kleidung aus. Einen ersten Unterschlupf boten ein Wupsibus und die GGS Heinrich-Lübke-Straße. Schlafen mussten die Anwohnerinnen und Anwohner im Hotel oder bei Freunden und Verwandten.

Noch in der Nacht begannen Fachleute damit, Teile des Gebäudes zu dekontaminieren und zu reinigen. Es bestand die Möglichkeit, dass sich in Fluren unbewohnter Wohnungen Asbeststaub gesammelt hatte. Und den hätte man einatmen können, so die Stadt. Deshalb die vorsorgliche Evakuierung. Zudem veranlasste die Stadt Messungen in den betroffenen Gebäudeteilen.

Am Mittwochmittag meldet die Stadt, dass das Treppenhaus und erste Wohnungen bald wieder zugänglich sein könnten.

Am Mittwochmittag meldet die Stadt, dass das Treppenhaus und erste Wohnungen bald wieder zugänglich sein könnten.

Am Mittwochmittag meldet die Stadt, dass das Treppenhaus und erste Wohnungen bald wieder zugänglich sein könnten. Im Laufe des Tages erwarte man die genauen Ergebnisse. Währenddessen mache man im gesamten Gebäude weiter. „Die Stadt Leverkusen begleitet dieses Vorgehen in enger Abstimmung mit dem Objekteigentümer, bis alle Wohnungen freigegeben werden können.“ Es sei damit zu rechnen, dass die ersten Anwohnerinnen und Anwohner noch am Mittwoch zurück in ihre Wohnungen können.

Andere müssten wohl noch eine weitere Nacht im Hotel bleiben: „Grund hierfür ist, dass die notwendigen Freimessungen und die anschließende fachliche Bewertung der Messergebnisse die erforderliche Zeit in Anspruch nehmen“, so die Stadt. Sie könnten erst zurück, wenn die Messwerte das hergäben und die Bereiche freigegeben seien. Daran arbeite man mit Hochdruck: „Ziel ist es, allen Bewohnerinnen und Bewohnern so rasch wie möglich die Rückkehr in ihre Wohnungen zu ermöglichen.“

Stadt Leverkusen erstattet Anzeige

Die Verwaltung kündigt an, dass man Anzeige „wegen des Verdachts auf unsachgemäßen Umgang mit gefährlichen Abfällen“ erstatten werde. Gegen wen, das sei noch nicht klar. Das prüfe man mit der Staatsanwaltschaft. Die Stadt schreibt: „Bei Asbestverdacht sollten betroffene Materialien nicht eigenständig entfernt, bearbeitet oder gereinigt werden. Die erforderlichen Maßnahmen sind qualifizierten Fachfirmen zu überlassen.“

Die Belastung für Bewohnerinnen und Bewohner schätzt die Stadt als „sehr gering“ ein, sie geht ebenso wenig von möglichen gesundheitlichen Langzeitfolgen aus. Die seien „nicht sehr wahrscheinlich“.

Umweltdezernent Alexander Lünenbach kommentiert: „Die Sicherheit der Mieterinnen und Mieter sowie aller an den Arbeiten und an dem Einsatz beteiligten Personen hat für uns höchste Priorität.“ Die Zusammenarbeit mit dem Wohnungskonzert laufe seit Dienstagabend sehr kooperativ.

Es gibt bisher noch keine gesicherte Information, dass überhaupt Schadstoffe freigesetzt wurden.
Christina Jordan, Vonovia-Sprecherin

Eigentümer des Wohnhauses ist das Immobilienunternehmen Vonovia. „Wir haben eine zertifizierte Fachfirma mit der Sanierung von drei Leerwohnungen nach einem Wasserschaden in der Käthe-Kollwitz-Straße in Leverkusen beauftragt. Vor Ort scheint es bei der Entsorgung von Bauschutt zu Problemen gekommen zu sein, die wir noch genauer ermitteln müssen“, teilt Christina Jordan, Pressesprecherin des Unternehmens, mit.

Schon als der Verdacht aufgekommen sei, asbesthaltiger Staub könnte bei den Arbeiten in nicht komplett versiegelten Säcken durch das Treppenhaus transportiert worden sein, habe man sofort im Sinne der Mieterinnen und Mieter gehandelt und alle evakuiert. „Manche sind bei Verwandten und Bekannten untergekommen, andere hat unser Vonovia‑Team betreut und in einem Hotel untergebracht“, so die Sprecherin. Sie betont zudem: „Es gibt bisher noch keine gesicherte Information, dass überhaupt Schadstoffe freigesetzt wurden.“

Der Austausch mit den zuständigen Behörden und allen Akteuren wie Feuerwehr und Caritas laufe. Die Vononvia-Mitarbeiter kümmerten sich persönlich um die Mieterinnen und Mieter. Derzeit würden Proben genommen und ausgewertet. Und sollten das Umweltamt und die Ordnungsbehörde die Freigabe erteilen, könnten die Anwohnerinnen und Anwohner zurück. „Wir gehen im Moment davon aus, dass dies morgen der Fall sein wird.“

Beteiligt an dem Einsatz waren die Feuerwehr, die Malteser, die Jobservice Beschäftigungsförderung (JSL) mit der Tafel der Dinge, der Fachbereich Umwelt und Soziales, der Kommunale Ordnungsdienst, der Medizinische Dienst, das Team der Öffentlichkeitsarbeit, die Polizei sowie weitere Helferinnen und Helfer.

Der Artikel wird laufend aktualisiert.