„The Curve“ soll hinter den Kulissen digitaler werden. Die Betreiber von Hospitality X setzen auf Individualität.
NeustartDas haben die neuen Eigentümer des Hotels am Leverkusener Stadion vor

Der Name ist neu, der Betreiber ist neu, aber die Immobilie gehört weiterhin einem Berliner Fonds: das Hotel an der Bay-Arena.
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Für Otto Konstantin Lindner ist es so etwas wie Nachhausekommen. Der Enkel des Firmengründers Otto Lindner senior ist, wie berichtet, neben Jochen Fehn und Tobias Oberdieck einer der Geschäftsführer des früheren Lindner-Hotels an der Bay-Arena. Das heißt inzwischen „The Curve“ und soll sich durchaus vom ersten Vierteljahrhundert des Stadion-Hotels unterscheiden. Das ging bekanntlich mit einer Insolvenz zu Ende, die inzwischen überwunden ist.
Für das Hotel an der Bay-Arena war die Lindner-Pleite dennoch eine Zäsur, auch wenn der Betrieb so reibungslos wie möglich weiterging. Veränderung soll auch durchaus sein, sagt Oberdieck. Er hat 2022 gemeinsam mit Otto Konstantin Lindner das Unternehmen Hospitality X gegründet, und dort soll Hotellerie in Teilen neu gedacht werden. Ein klarer Unterschied zu früher: Hospitality X sucht im Gegensatz zur Lindner-Gruppe nicht den Anschluss an weltumspannende Ketten wie Hyatt. Aus Oberdiecks Sicht ist das nämlich der falsche Ansatz, vor allem für ein einzigartiges Haus wie das Hotel an der Bay-Arena, das ja bewusst kein Standard-Übernachtungsbetrieb ist und deshalb auch nicht sein sollte. Für ihn liege der Schlüssel zum Erfolg in der Individualität, sagte Oberdieck dem „Leverkusener Anzeiger“. „Wir suchen den direkten Kontakt zu den Unternehmen am Ort.“
Direkte Vermarktung bestimmt das Geschäft
Das sei schon deshalb naheliegend, weil rund zwei Drittel der Buchungen auf dem direkten Weg erfolgen. „Wir sind schon noch sehr viel am Telefon“, beschrieb der Hospitality-X-Geschäftsführer die tägliche Arbeit. Somit erfolgt nur ein Drittel der Buchungen über die einschlägigen großen Portale.
Aus seiner Sicht ist Individualität statt Standardisierung ohnehin das erfolgversprechendere Geschäftsmodell: „In Deutschland sind 90 Prozent der Hotels inhabergeführt.“ Darauf müsse man bei der Entwicklung eines Konzepts achten.
Eine Überzeugung, die sich im Düsseldorfer Referenzobjekt von Oberdieck und Lindner besonders gut ablesen lässt: „The Zipper“ ist eine Mischung aus Hotel und Boardinghouse, das mit einer Klinik verbunden ist. In dem sehr modernen Haus finden sich Sofas, „die wir mit Rolf Benz gemeinsam entwickelt haben“, berichtet Oberdieck. Und im Fitnessstudio arbeitet das Unternehmen mit Technogym zusammen. Die Digitalisierung aller Abläufe ist ein weiteres zentrales Element im Geschäftskonzept der neuen Betreiber des Stadion-Hotels.
In Leverkusen schwebt Oberdieck eine engere Zusammenarbeit mit den Basketballern vor, die ja gleich nebenan spielen. „Gesprächsabende mit den Spielern, Devotionalien“ – das würde auch ins Hotel passen, denkt er.
Die Immobilie am Stadion gehört weiterhin dem Berliner Verwalter BEB+, der das Haus schon seit Jahrzehnten in einem seiner geschlossenen Fonds hält, ergänzte Oberdieck. Große Veränderungen von außen seien erst einmal nicht geplant, modernisiert werden vor allem die digitale Infrastruktur des Hauses.
Um die Auslastung sorgen sich die neuen Eigentümer nicht. So seien sieben der acht Logen mit Aussicht auf das Spielfeld weiterhin an Bayer vermietet.

