Mit seinem Vorhaben will Peter Schnieder für geringere Kosten für den Führerschein sorgen, nun warten die Fahrschülerinnen und Fahrschüler lieber.
Führerschein-Reform geplantMinister wird mit Problem konfrontiert – Leverkusener Fahrlehrerin bestätigt es

Jessica Richartz führt seit mehr als zehn Jahren die Fahrschule „Jessicars“ in Manfort.
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Im Herbst 2025 kündigte Verkehrsminister Patrick Schnieder von der CDU seine Pläne zur Führerschein-Reform an. Künftig soll unter anderem verstärkt auf ein digitales Angebot gesetzt werden – weniger klassische Theoriestunden in der Fahrschule und ein stärkerer Fokus auf den Einsatz von Simulatoren sind nur einige Punkte des Vorhabens.
Ein zentraler Punkt, bei dem gerade viele Eltern von Fahranfängerinnen und Fahranfängern aufgehorcht haben dürften: Künftig soll der Führerschein günstiger werden, das sei eines der Hauptziele Schnieders mit seinen Reform-Ideen. Der „Leverkusener Anzeiger“ fragte daraufhin bei einer Leverkusener Fahrlehrerin nach, wie sie zu den Plänen der Regierung steht – vor allem reagierte sie mit Ernüchterung und Zweifeln an den Vorteilen der Vorhaben.
Hoffnung auf niedrigere Führerschein-Kosten sorgt für wartende Schüler
Knapp drei Monate nach dem Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“ bestätigt Jessica Richartz von „Jessicars“ nun, dass auch sie mittlerweile durch das Vorhaben Veränderungen verspürt, die inzwischen bundesweit Thema sind.
In einem Interview im „ARD-Morgenmagazin“ wurde der Verkehrsminister gar schon mit dem „Schnieder-Effekt“ konfrontiert. Gemeint damit sind Probleme, die durch die veröffentlichten Reform-Ideen eingetreten sind. Eines davon: Die Fahrschulen bekommen zu spüren, dass Schülerinnen und Schüler offenbar warten, den Führerschein zu machen, um Geld zu sparen. Immerhin sei ja geplant, dass unter der aktuellen Bundesregierung günstiger werde.
Die Fahrschüler sind aktuell ganz klar verhaltener
Richartz bestätigt das und sieht sogar ein „Pokern“ in der Hoffnung, dass „die Preise runtergehen“. Zuletzt werde sie viel häufiger von Eltern der jungen Erwachsenen darauf angesprochen – oder gefragt, „ob man etwas am Preis machen kann“. Wenn es darum geht, Fahrstunden zu buchen, stellt Richartz eine Veränderung fest: „Die Fahrschüler sind aktuell ganz klar verhaltener.“
Das will, wie er im ARD-Interview mehrfach betont, auch Verkehrsminister verhindern. „Es lohnt sich nicht zu warten“, erklärt der 57-Jährige, der aktuell davon ausgeht, dass die Regierung „im Laufe des Jahres gesetzliche Änderungen starten“ könne.

Die Reform-Pläne von Verkehrsminister Patrick Schnieder (l.), hier mit Bundeskanzler Friedrich Merz, haben offensichtlich Auswirkungen auf das Verhalten von Fahrschülerinnen und Fahrschülern.
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Einigkeit herrscht bei Schnieder und der Manforter Fahrlehrerin Richartz bei einem weiteren Aspekt rund um die Reform-Pläne. Selbst, wenn die Vorhaben wie aktuell geplant umgesetzt werden, wird es dauern, bis es vollumfängliche Auswirkungen hat. Richartz’ Prognose: „Vor 2027 wird sich nichts ändern.“
Während die Leverkusener Fahrschule „Jessicars“ zuletzt immer wieder auf die Kostenthematik angesprochen wurde, sei der Plan, einen verstärkten Fokus auf die Arbeit mit Simulatoren zu legen, unterdessen noch überhaupt kein Thema im Austausch mit Fahranfängerinnen, Fahranfängern und deren Eltern. Hierzu gebe es auch keine Nachfragen, ob die Fahrschule entsprechende Stunden schon anbieten könne.
Anders sieht es beim Versuch aus, die Kosten von der Anmeldung und der ersten Theoriestunde bis zur Prüfung so gering wie möglich zu halten. Nach eigener Aussage liegen die Durchschnittskosten für den Führerschein bei „Jessicars“ übrigens derzeit bei rund 2800 Euro.

