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WettbewerbLeverkusens Flüsse werden in der Christuskirche gewürdigt

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Bild 8 li Elsbeth Olbertz re eine Helferin

Elsbeth Olbertz (links) malte Bilder mit persönlichen Assoziationen zum Fluss.

Leverkusen – Lebensader, Wasserstraße, Abenteuerspielplatz, Lebensraum – Flüsse sind so viel mehr als nur einfach Wasser, das gen Meer fließt. Flüsse prägen Regionen und die Menschen, die dort leben. Flüsse bringen Leben und manchmal nehmen sie es auch. Leverkusen weiß das genau, liegt die Stadt doch gleich an drei großen Flüssen, der Dhünn, der Wupper und dem Rhein.

Als Lebensraum unzähliger Pflanzen und Tiere sind die Flüsse ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems, ihre entfesselte Kraft kann aber auch ganze Regionen zerstören. 2021 traten sie über ihre Ufer und zogen eine Schneise der Zerstörung nach sich. Auch Leverkusen blieb nicht verschont. Dies war auch der Grund, warum die Leverkusener Umweltschutzverbände Nabu und BUND das diesjährige Thema ihres Mitmach-Wettbewerbs den Flüssen widmeten.

„Der Ruf der Flüsse hat gelitten“

„Die schönen Aspekte des Lebensraums Fluss sollten wieder in das Bewusstsein gerückt werden“, erklärte Ingrid Mayer, Sprecherin des Nabu Leverkusen. „Der Ruf hat nach der Katastrophe doch gelitten“. Seit über 40 Jahren engagiert sie sich nun schon ehrenamtlich für den Naturschutz.

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25 Leverkusenerinnen und Leverkusener haben an der Flussgeschichten-Aktion teilgenommen.

Der Wettbewerb hat inzwischen Tradition. Hatte es in den 80ern eine Einzelauflage gegeben, belebte man die Idee 2016 wieder und etablierte ihn als feste Reihe, die nur durch Corona unterbrochen wurde. Gewöhnlich wird ein Thema ausgeschrieben, die ersten drei Plätze vergeben. In diesem Jahr lief jedoch alles anders. 25 Personen beteiligten sich am Wettbewerb „Flussgeschichten“. Die Einsendungen waren jedoch so vielschichtig und besonders, dass sich die Jury nicht in der Lage sah, drei Gewinner auszuwählen. Diese Auslese wäre den Beiträgen nicht gerecht geworden, lautete die Begründung.

So beschlossen die Organisatoren, gleich alle auszuzeichnen und luden zur Präsentation in die Wiesdorfer Christuskirche ein. 13 Künstlerinnen und Künstler fanden den Weg dorthin, um ihre Werke zu präsentieren. Ein jeder hatte seine eigene Geschichte mit dem Fluss im Gepäck. Die Bandbreite war weit gesteckt. Eigene Lebensgeschichten, wie die des Herbert Gießen, dessen Ahnen einst Binnenschiffer waren und schließlich als Gastronomen ihren Platz in Leverkusen fanden. Die zunächst kleine Kneipe mauserte sich als „Wacht am Rhein“ zu einer wichtigen Begegnungsstätte in Leverkusen.

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Die Leverkusener Umweltverbände hatten den Flüssen der Stadt das Thema der Mitmachaktion gewidmet.

Renate Kretschmer schwänzte einst gemeinsam mit ihrer Freundin die Religionsstunde. Die beiden Mädchen verbrachten sie dann gemeinsam an der Dhünn und machten die Bekanntschaft eines Neunauges. Damals wurden diese Fische noch gegessen. Heute stehen sämtliche Arten auf der Roten Liste. Es hat sich viel verändert in den Jahren seit der Kindheit der Erzählerinnen und Erzähler.

Auch selbst gemalte Bilder mit persönlichen Assoziationen zum Fluss konnten bewundert werden, wie die von Elsbeth Olbertz, die ihre Empfindungen in einem kurzen Text vortrug. Die jüngste Künstlerin war gerade neun Jahre alt. Sie lebt in Paris und hatte beim Besuch der Großeltern vom Wettbewerb erfahren. Kurzerhand malte sie ein Haus, an dessen Fundament der wilde Fluss zerrt. „Das ganze Thema mit dem Klimawandel und den Katastrophen erinnern mich irgendwie an den Zauberlehrling“, hatte sie zu den Großeltern gesagt. Das Buch lasen sie gerne zusammen. „Die Geister, die ich rief, werd‘ ich nicht mehr los.“ Die Gedanken einer Neunjährigen.

Komposition hinterlässt ein besonderes Gefühl

Ein besonderes Gefühl hinterließ der Beitrag des Komponisten Stefan Esser. „Die Erzählung von den drei Flüssen“ heißt er und ist Bestandteil eines Werks mit dem Titel „Mein Leverkusen – Eine musikalische Stadtreise“. Esser komponierte es für ein Kinder- und Familienkonzert, das von Schülerinnen und Schülern 2013 uraufgeführt wurde.

Bild 6 li Stefan Esser li Corinna Stahl

Corinna Stahl schickte das Publikum mit einem Text auf die Reise durch Leverkusens Flusslandschaft.

In der Band kamen Kinder mit Förderbedarf mit anderen Kindern zusammen, um Musik zu machen. So verbanden Musik und die Flüsse Leverkusens die Kinder und verwischten die Grenzen, die oft trennten. Den Text rezitierte Corinna Stahl und schickte das Publikum auf die Reise durch Leverkusens Flusslandschaft.

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Ein Bild, gestaltet aus Flusssteinen, die allesamt eine natürlich wachsende weiße Linie aufwiesen, präsentierte Jörg Henn. Lebenslinien sind es für ihn. All dies ist nur eine kleine Auswahl der Bandbreite des Wettbewerbs. Als Preis erhielten alle Einsender am Ende einen „Eisvogelkalender“, dessen Bilder von Naturgut-Chef Hans-Martin Kochanek zur Verfügung gestellt wurden.