Seit mehr als 20 Jahren unterstützt der Freundeskreis junge Leute in Tansania.
VereinFreundeskreis Deutschland-Tansania hilft von Leverkusen aus in Schule und Ausbildung

Vereinsgründerin Sigrid Oehmig mit Tingatinga-Malerei aus Tansania, die auch in der Kunstnacht im Oktober zu sehen sein wird.
Copyright: Peter Seidel
An einer Schule in der nordtansanischen Region Shinyanga gab es bis vor kurzem für 600 Schüler nur eine Toilette. Das griff der Freundeskreis Deutschland-Tansania auf, organisierte Spenden und sorgte dafür, dass die Schule auf diese Weise neun weitere Toiletten erhielt. Sigrid Oehmig berichtet im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“ über die Arbeit des Freundeskreises, den sie vor 23 Jahren als Verein ins Leben rief.
Die Diplom-Psychologin hatte in den 1990er Jahren ein Jahr lang während eines Forschungsaufenthaltes in Tansania gelebt und gearbeitet. Ihr bleibender Eindruck aus der Zeit: „Die Freundlichkeit der Menschen ist ausnehmend groß.“ Und so entstand dann irgendwann die Idee: „Wir könnten ja mal was zurückgeben.“ Der Verein kümmert sich um Schülerinnen und Schüler, junge Frauen und junge Männer und unterstützt sie auf ihrem Weg durch die Schule und ins Berufsleben.
Ob es die zweijährige Ausbildung und die Nähmaschine für eine junge Schneiderin sind, das Schulgeld für ein Mädchen, die über 16 Jahre organisierte finanzielle Hilfe für einen Jungen, der infolge einer Meningitiserkrankung besonderen Förderbedarf hatte oder die Ausbildung eines jungen Mannes zum Buchhalter: Die etwa 35 Mitglieder des Vereins finanzieren diese Unterstützungen zum einen über ihre Mitgliedsbeiträge von 60 Euro im Jahr und zum anderen, indem sie für die geförderten jungen Menschen Patenschaften übernehmen, allein, zu zweit oder als Gruppe.
Aktuell laufen etwa 15 solcher Projekte. „Das Besondere an unserem Verein ist, dass wirklich sichergestellt ist: Jeder Euro aus dem Mitgliedsbeiträgen und Spenden kommt bei den Hilfesuchenden an“, betont Astrid Hosan, die als Schriftführerin im Vereinsvorstand fungiert. Deshalb sei sie vor sechs Jahren Mitglied im Verein geworden.
Die 76-jährige Oehmig hält Kontakt nach Tansania, indem sie jedes Jahr ein oder zwei Mal in das ostafrikanische Land reist. Wichtige Ansprechpartnerin und Kontaktperson für sie dort ist ihre Freundin Juliana Pallangyo, die sie kennt, seit Pallangyo Ende der 1990er Jahre an der TH in Köln Elektrotechnik studiert hat. Pallangyo ist heute Chefin eines Beratungsbüros für Energieversorgung in der tansanischen Hafenstad Daressalam. Oehmer: „Sie weißt uns auf junge Leute hin, die Unterstützung benötigen könnten.“
Der Verein versucht zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften, indem seine Mitglieder auf dem Vereinssommerfest Kunsthandwerk aus Tansania verkaufen. In diesem Jahr will der im DRK-Haus in Bergisch Neukirchen an der Burscheider Straße ansässige Freundeskreis, wo Oehmig auch ihre psychologische Praxis hat, außerdem an der Leverkusener Kunstnacht Anfang Oktober teilnehmen. Der Freundeskreis will dabei Kunst im Tingatinga-Stil präsentieren, benannt nach dem tansanischen Maler Edward Tingatinga.
„Wir freuen uns auch immer über neue Mitglieder“, so Oehmig und Hosan. Der Freundeskreis sei auch gerne bereit, mit Schulen zu kooperieren, die Afrika im Allgemeinen oder Tansania im Besonderen zum Thema einer Projektwoche machen wollen. Das nächste größere Projekt des Vereins hat wiederum mit Bildung zu tun, in diesem Fall mit frühkindlicher. Der Freundeskreis Deutschland-Tansania will in der Region Shinyanga das Gebäude eines Kindergartens neu errichten. Das baufällige alte Haus musste geschlossen werden.
Kontaktdaten
Wer sich für eine Mitgliedschaft im Freundeskreis interessiert oder den Verein auf andere Weise unterstützen möchte, erreicht Sigrid Oehmig und Astrid Hosan per E-Mail.
oehmigsigrid@gmx.de
astridhosan@hotmail.com