Das Gemeinschaftskonzert der beiden Ensembles „Al Ol“ und „l’arte del mondo“ schafft Brücken zwischen verschiedenen Kulturen.
SensenhammerEine Fusion verschiedener Kulturen als Friedensbotschaft in Leverkusen

„Al Ol“ und „l’arte del mondo “ spielten im Sensenhammer.
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Kein Leben darf sinnlos enden, weder durch Krieg noch durch Gewalt, Krankheit, Hass oder Rassismus. Das ist die Friedensbotschaft, die der israelische Musiker Yair Dalal mit seinem Ensemble „Al Ol“ und Werner Erhardt mit seinem Ensemble „l’arte del mondo“ dem Publikum am Donnerstag im Sensenhammer übermitteln wollten. Dafür veranstalteten sie gleich zwei Konzerte in der ehemaligen Industriehalle. Durch die gelungene Zusammenarbeit der unterschiedlichen Ensembles wird Musik als ein Medium genutzt, das verschiedene Kulturen verbindet.
Die erste gemeinsame Zusammenarbeit der beiden Musiker entstand vor etwa 15 Jahren. Damals hatte ein Freund von Erhardt, der frühere Leiter der Händel-Festspiele in Halle an der Saale, die beiden zusammengeführt. Die Idee war es, ein Oratorium der Weltreligionen Islam, Judentum und Christentum zu kreieren; sie hätten ein gemeinsames Fundament mit einer sehr ähnlichen Geschichtserzählung, so Erhardt. Seitdem sind immer wieder neue Projekte wie „Israel in Egypt – from slavery to freedom“ im Jahr 2011 oder das aktuelle „Hope-Tikva-Amal – No one should die“ entstanden.
Zwei Welten verschmelzen
Dem Musiker und Friedensbotschafter Dalal, israelischer Jude mit irakisch-jüdischen Wurzeln, komponierte das gleichnamige Stück „No one should die“ ausgerechnet drei Wochen vor dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. „Ein unglaubliches Stück“ betont Erhardt, wenn er an die Uraufführung des Friedensstücks zurückdenkt. Ihm blieb das Stück so sehr in Erinnerung, dass er sich mit Dalal vor eineinhalb Jahren entschied, die Konzertreihe „Hope“ für Frieden und Zusammenhalt ins Leben zu rufen. „Es war ein langer Prozess zum Konzert hin“, bis sie Werke verschiedener Regionen der Welt, von Philip Glass über Bartok hin zu indischen Traditionals, zusammengetragen hatten, so Erhardt.
Die unterschiedlichen Kulturkreise der Musiker und Musikerinnen haben das Projekt stark beeinflusst. So traten die Mitglieder des Ensembles „Al Ol“ am Donnerstag in weißer Kleidung auf, die Musiker des deutschen Ensembles hingegen in schlichtem Schwarz. „So verschmelzen zwei Welten miteinander, die unterschiedliche Aufführungsgewohnheiten haben“, erklärt Erhardt.
Gerade in den Soli der verschiedenen Instrumente – von der Violine bis hin zur Sitar, einem Melodieinstrument der klassischen nordindischen Musik – klangen immer wieder nachdenkliche Töne an. Das anschließende Zusammenspiel mit den anderen Instrumenten weckte aber wieder Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen. Besonders wurde dieser Gedanke im vorletzten Stück „No one should die“ unterstrichen: Dalal trug seine Friedensworte zum Konzert in Hebräisch, Erhardt in Deutsch vor.
Weitere Konzerte von „l’arte del mondo“
Das nächste Konzertv on „l’arte del mondo“ findet am 17. November 2026 im Spiegelsaal des Schlosses Morsbroich um 19.30 Uhr unter dem Titel „Joseph Martin Kraus – der schwedische Mozart im Schloss“ statt. Der Eintritt kostet 24 Euro, ermäßigt 14 Euro. Ein weiteres Konzert, auf das sich Werner Erhardt besonders freut, verbindet Anime-Ästhetik und Videoprojektionen mit Livemusik: am 18. Februar 2027 um 19.30 Uhr im Großen Saal des Forums. Weitere Informationen und Konzerte des Ensembles sind online zu finden, (tr) https://www.lartedelmondo.de/termine