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Hockey-NationalspielerLeverkusener engagiert sich gegen Depressionen

2 min
Joshua Onyekwue Nnaji

Joshua Onyekwue Nnaji ist in Leverkusen aufgewachsen und zum Hockey gekommen.

Der in Leverkusen aufgewachsene Hockeyspieler Joshua Onyekwue Nnaji ist neuer Botschafter der Stiftung „Achtung!Kinderseele“.

Joshua Onyekwue Nnaji ist 23 Jahre alt, U21-Weltmeister im Hockey und einer der besten Torhüter Deutschlands. Und: Der gebürtige Leverkusener leidet seit seiner Jugend unter Depressionen. Und spricht darüber.

Beim RTHC Leverkusen ist er zum Hockey gekommen, nach Stationen bei Rot-Weiss Köln und dem Crefelder HTC steht Nnaji mittlerweile für den Bundesliga-Tabellenführer Hamburger Polo Klub im Tor. Wer ihn auf dem Spielfeld erlebt, sieht einen Athleten, der unter Druck einen kühlen Kopf bewahrt. Hinter dieser Stärke steckt auch eine persönliche Geschichte, die Nnaji nicht mehr verstecken will. Inzwischen hat er seine depressiven Phasen mit therapeutischer Hilfe im Griff. Und will mit seiner Erfahrung auch anderen weiterhelfen.

Der Bundesligaspieler übernimmt die Botschafterrolle für die Stiftung „Achtung!Kinderseele“. „In einer psychischen Krise braucht man Menschen, die hinschauen und die einen an die Hand nehmen können“, schreibt er auf Instagram. Genau das ist der Gedanke, der hinter der Arbeit der Hamburger Stiftung steckt. Seit ihrer Gründung 2009 durch die drei Fachverbände für Kinder- und Jugendpsychiatrie setzt sie sich dafür ein, dass seelische Gesundheit kein Tabuthema mehr ist – vor allem für Kinder und Jugendliche, die oft lange warten, bis jemand in ihrem Umfeld auf sie aufmerksam macht.

Meister von Morgen

Denn genau dort setzt die Stiftung an: nicht bei den Kindern selbst, sondern bei denen, die täglich mit ihnen zu tun haben. Das Kita-Patenprogramm richtet sich an Erzieherinnen und Erzieher, das Programm „Meister von Morgen“ an Ausbilderinnen und Ausbilder. Beide sollen früh erkennen können, wenn junge Menschen Unterstützung brauchen – und wissen, wohin sie sie dann begleiten können.

Stiftungsleiterin Sarah Kaiser ist froh, einen wie Nnaji an Bord zu haben. „Er hat unseren Ansatz aus seiner eigenen Erfahrung heraus sofort verstanden“, sagt sie. „Er sieht genauso wie wir, wie wichtig es für belastete Kinder und Jugendliche ist, in ihrem Umfeld auf Menschen zu treffen, die über die Erscheinungsformen seelischer Probleme informiert sind und passende Hilfswege kennen.“

Seinen ersten konkreten Einsatz als Botschafter soll Nnaji im Rahmen eines neuen Formats bekommen: Ab Mai plant die Stiftung unter dem Arbeitstitel „Digital Talks“ eine Veranstaltungsreihe, die Auszubildende, Influencerinnen und Influencer, Fachärztinnen und Fachärzte sowie Vertreterinnen und Vertreter von Hilfsinstitutionen digital zusammenbringt. Das Thema: psychische Gesundheit im Ausbildungskontext. „Wir sind überzeugt, dass Joshuas offener Umgang mit seinen psychischen Problemen uns in diesem Kontext sehr helfen wird“, so Kaiser.