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LkwDer Leverkusener Innovationspark ist auch ein nächtlicher Parkplatz

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Mindestens 30 LKW parken nachts im IPL.Ralf Krieger

Mindestens 30 LKW parken nachts im IPL.

Der Innovationspark dient Lkw-Fahrern nachts als Parkplatz.

Es war immer Konsens, dass sich im Manforter Innovationspark (IPL) nur Firmen ansiedeln sollen, die inhaltlich etwas zu bieten haben. Logistiker mit viel Platzbedarf und kleiner Belegschaft oder gar Lagerhallen sind dort nach wie vor als Gewerbe nicht erwünscht. Diese Rechnung ging im Prinzip auf, weshalb es auf dem Gelände des ehemaligen Wuppermann-Stahlwerks sogar nach fast 30 Jahren Entwicklungszeit von der Industriebrache zum Edel-Gewerbegebiet noch Freiraum gibt.

Allerdings kommt inzwischen ein Teil der Lagerfläche, die man nie haben wollte, jetzt doch nach Manfort: nämlich nachts in Form von parkenden Lkw. Irgendwie muss sich unter Lastwagenfahrern herumgesprochen haben, dass man dort gut übernachten kann: Es ist ruhig, es gibt keine Anwohner und der Anschluss zur Autobahn 3 über den Moosweg ist nahezu perfekt.  

Innovationspark wird nachts angefahren

Ein Beispiel: Am 17. Dezember 2025 standen um 22 Uhr mindestens 30 Lkw im Innovationspark. Die meisten stellen sich links und rechts an die Marie-Curie-Straße, aber auch in die Seitenstraßen, etwa die Friedrich-Sertürner-Straße. Einige Dauerparker von lokalen Speditionen könnten darunter sein, aber selbst nach 22 Uhr rollten an dem Abend immer noch Lastwagen über den Moosweg an. Den Straßenrändern sieht man an, dass dort regelmäßig geparkt wird.

Ein Sprecher der Leverkusener Stadtverwaltung sagte, der Umstand sei nicht bekannt, der Kommunale Ordnungsdienst wolle aber gelegentlich dort vorbeifahren. Dass die Stadtverwaltung bisher keine Kenntnis von dem Parkplatz hatte, deutet darauf hin, dass es niemanden stört, dort ist nachts eh‘ nichts los. Allerdings gibt es vor Ort auch kaum Infrastruktur, keine Mülleimer und vor allem keine Toiletten, nicht mal ein Dixi-Klo, nur Grünflächen.

Das Problem der Lkw-Fahrer, nachts einen Standplatz zu finden, ist viel diskutiert worden. Zwischenprodukte und Waren, die früher bei Firmen in Lagerhäusern bereitgehalten wurden, sollen heute mit dem Lkw termingenau angeliefert werden, wenn sie in der Produktion gebraucht werden. Es gibt große Firmen, die wenigstens ein paar Stellplätze zur Verfügung stellen, etwa der Bayer-Lkw-Parkplatz an der Carl-Duisberg-Straße, auf dem Anlieferer für den Chempark übernachten können. Hier gibt es auch drei Dixi-Klos für die Fahrer.

Verbände und Wirtschaft machen Druck, sie fordern tausende Lkw-Parkplätze an den Autobahnen. Erst kürzlich wurde an der A1 bei Schwerte der Rastplatz Lichtendorf-Süd mit 170 Stellplätzen eröffnet. Aus Sicht der Lkw-Lobby ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, der ADAC berechnete 2025, dass in NRW 3600 Stellplätze gebaut werden müssten. Nur, wo?

Was ist mit der Raststätte in Leverkusen?

Überall müssen die Bauherren mit dem Widerstand der Anwohner rechnen, weil Lkw-Parkplätze für eine Region oder ein Dorf ausschließlich Nachteile mit sich bringen. In Leverkusen und Burscheid hatte die „Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH“ (Deges) an der A1 die zwei Rastplätze Bergisches Land Ost und West geplant, gegen die es in den Städten Widerstand gibt.

Der Rastplatz in Fahrtrichtung Dortmund wird auf einem Feld am Fester Weg geplant, der in der Gegenrichtung in Burscheid-Dürscheid. Peter Westmeier, der Gründer der Bürgerinitiative „Lev contra Raststätte“, registriert in dieser Sache seit Jahren Stillstand, was der Lützenkirchener mit einer gewissen Genugtuung feststellt. Auch die bisher geleistete Vorplanung der Deges sei seiner Meinung nach hinfällig, weil die Standard-Stellplatzgröße für die Lkw in der Zwischenzeit größer geworden sei, als die bei der Planung vor über einem Jahrzehnt zugrunde gelegten Maße.