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Mahd beginnt bald wiederKI unterstützt die Leverkusener Jäger bei der Kitzrettung

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Die Leverkusener Jägerschaft bereitet sich auch in diesem Jahr wieder auf die Rettung von Rehkitzen vor.

Die Leverkusener Jägerschaft bereitet sich auch in diesem Jahr wieder auf die Rettung von Rehkitzen vor.

Die Jägerschaft geht in die fünfte Saison der Rehkitzrettung auf den Feldern in Leverkusen.

Das Ganze bedarf schon einer gewissen Übung: Wenn die Leverkusener Jägerschaft im Frühsommer, kurz vor der ersten Mahd, inzwischen zum fünften Mal Rehkitze, die sich im hohen Grün auf Feldern befinden, vor den landwirtschaftlichen Maschinen retten will, müssen sie vorbereitet sein. Dafür haben sich die Kitzretter jetzt getroffen.

Das Team simulierte eine, wie sie es nennen, „drohnenunterstützte Kitzrettung“. Damit der Ablauf sitzt, wenn es so weit ist. Der Hintergrund der inzwischen weit verbreiteten Aktion: Die Setzzeit der Rehe und die erste Wiesenmahd durch die Landwirte fallen zeitlich zusammen. Neugeborene Rehe verstecken sich instinktiv in ihren ersten Lebenswochen im hohen Gras und verharren dort reglos. In der Vergangenheit sind so unzählige Tiere in die Mähdrescher geraten.

Die Kitzretter treffen sich deshalb von Anfang Mai bis Ende Juni – in der Setzzeit – und suchen in den frühen Morgenstunden kurz vor dem Mähen die Wiesen nach jungen Rehen ab. Das funktioniert am besten mit Wärmebildtechnik, denn früh morgens sei der Temperaturunterschied zwischen dem Kitz und der Umgebung am größten, wissen die Jäger.

Zusammenarbeit mit Landwirten ist wichtig

Die Retterteams bestehen aus Drohnenpiloten, Beobachtern und Läufern, deren Aufgaben gut aufeinander abgestimmt sein müssen: Die Piloten überfliegen mit den Drohnen die Wiesen, währenddessen ist es die Aufgabe der Beobachter, den Monitor im Blick zu haben und Bescheid zu geben, sobald sie Jungtiere sehen. Dann kommen die Läufer zum Einsatz. Mit Handschuhen und Kescher machen sie sich zu der Stelle, an der das Kitz liegt, auf und befördern die Tiere behutsam in Kisten. Die Kisten werden dann an einem schattigen Platz abgestellt, an dem es nicht gefährlich ist, und nach dem Mähen wieder freigelassen.

Obmann für die Wildtierrettung bei der Leverkusener Jägerschaft ist Dirk Riedel, er sagt: „Die Zusammenarbeit ist in den letzten Jahren stetig enger geworden, sodass die Abläufe inzwischen sehr gut eingespielt sind.“ Denn die enge Abstimmung mit den Landwirten sei sehr wichtig, damit die Retter wissen, wann die nächste Mahd ansteht.

Die Jägerschaft hat für ihre Aktionen inzwischen vier Drohnen, damit sie ganz Leverkusen bedienen können. In diesem Jahr setzt das Team erstmals auf Künstliche Intelligenz, dafür habe man verschiedene Software getestet. Die Jäger hoffen, dass sie mithilfe von KI Objekte, also Kitze, noch besser erkennen, um zwei Ziele zu erreichen: die Treffergenauigkeit zu erhöhen und schneller zu werden. Denn gerade Letzteres sei hilfreich, „wenn mehrere Landwirte gleichzeitig ihre Wiesen mähen müssen“. Dirk Riedel fasst zusammen: „Die Kombination aus ehrenamtlichem Engagement, Drohnen und Künstlicher Intelligenz hilft, Verantwortung für Wildtiere zu übernehmen und Landwirte davor zu bewahren, Kitze auszumähen.“