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Neue GebührenordnungKosten für Musik- und Kunstkurse in Leverkusen sollen teilweise deutlich steigen

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An der neuen Musik- und Kunstschule Leverkusen sollen die Preise kräftig steigen.

An der neuen Musik- und Kunstschule Leverkusen sollen die Preise kräftig steigen. 

Die neu gegründete Musik- und Kunstschule benötigt eine eigene Satzung – das soll zur Preisanpassung genutzt werden.

Bereits im April dieses Jahres sind die Musikschule und die Jugendkunstgruppen organisatorisch zur Musik- und Kunstschule Leverkusen zusammengelegt worden. Allerdings benötigt die neue Organisation auch noch eine gemeinsame Satzung.

Diesen Umstand will die Stadt nutzen, um erneut an den Gebühren und Honoraren zu schrauben. Die aktuellen Gebühren könnten im Vergleich mit umliegenden Städten in der Sparte „Musik“ als „noch günstig“ und in der Sparte „Kunst“ als „sehr günstig“ bezeichnet werden, heißt es in einer entsprechenden Ratsvorlage. Das solle nun angepasst werden, auch im Hinblick auf die Haushaltslage der Stadt.

Für die Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das: Die Musikgebühren steigen eher moderat um durchschnittlich 8,5 Prozent, bei den Kunstkursen sind teilweise deutliche Aufschläge von bis zu 156 Prozent vorgesehen. Zugleich sollen die Honorare der Kunstlehrkräfte angepasst werden. Die neuen Regelungen sollen, wenn die Politik zustimmt, zum 1. Januar beziehungsweise 1. Februar 2027 in Kraft treten. 

Kritik an letzter Erhöhung

Dass die Politik diese geplante Preiserhöhung geräuschlos durchwinken wird, ist nicht zu erwarten: Die Musikschulgebühren waren bereits zum 1. Januar 2025 erhöht worden, damals durchschnittlich um 10,55 Prozent.  Die damalige Debatte verlief kontrovers. Marcus von Laszewski von Opladen Plus etwa bezeichnete die Erhöhung als „happig“ und plädierte, wenn überhaupt, für eine Anhebung lediglich in Höhe der Inflationsrate. Im Rat sprach seine Fraktion von einem „falschen Signal“ und warnte davor, dass die „Mitte der Gesellschaft“ belastet werde. In Anbetracht der Haushaltkrise und der Tatsache, dass die Gebühren zuvor vier Jahre lang nicht angehoben worden waren, stimmte der Stadtrat schließlich mehrheitlich zu.  

Mit der Gebührenerhöhung im Musikbereich sollen die jährlichen Einnahmen von 1,095 Millionen Euro im Jahr 2026 auf 1,189 Millionen Euro im Jahr 2027 steigen. Die rechnerische Mehreinnahme wird nach Abzug von Ermäßigungen in der Vorlage auf rund 80.000 Euro gerundet.

Wie stark sich die Gebühren verändern, hängt vom jeweiligen Unterrichtsangebot ab. Bei den Kleinsten, den „Piepmätzen“, steigt die Jahresgebühr von 228 auf 294 Euro. Das ist mit 28,95 Prozent die höchste Steigerung. Der Gruppenunterricht für drei bis sechs Schülerinnen und Schüler kostet künftig 636 Euro bei 60 Minuten pro Woche statt bisher 582 Euro. 30 Minuten Partnerunterricht kosten künftig 504 Euro; in der bisherigen Gebührenübersicht waren dafür 462 Euro vorgesehen. 60 Minuten Einzelunterricht haben den höchsten prozentualen Aufschlag beim Instrumentalunterricht: Von 1020 auf 1260 Euro im Jahr (23,53 Prozent).

Zuschlag für Nicht-Leverkusener

Erwachsene ab dem Monat, in dem sie 27 Jahre alt werden, sollen künftig einen Zuschlag von 60 Prozent zahlen; bisher waren es 50 Prozent. Neu ist ein Zuschlag von 15 Prozent für Schülerinnen und Schüler mit Hauptwohnsitz außerhalb Leverkusens. 

Noch deutlich stärker fallen die Erhöhungen in der Sparte Kunst aus. Ein Jahreskursus mit 60 Minuten pro Woche soll künftig 120 Euro kosten, nach bisher 75 Euro. Für 90 Minuten steigt die Gebühr auf 156 Euro, für 120 Minuten auf 192 Euro. Das entspricht Aufschlägen von 60, 108 beziehungsweise 156 Prozent. Auch bei den Workshops wird nach der Dauer unterschieden. Ein Angebot bis 180 Minuten kostet künftig 15 Euro statt zehn Euro, ein Workshop bis 240 Minuten 25 statt 13,50 Euro. Ein Geburtstagsworkshop über 180 Minuten soll künftig 180 Euro kosten; bisher waren dafür 100 Euro vorgesehen.

Zusätzlich zu den Kursgebühren soll künftig ein Materialkostenbeitrag erhoben werden. Die konkrete Höhe soll in der Ausschreibung des jeweiligen Angebots genannt und mit dem Gebührenbescheid festgesetzt werden. Die Stadt kalkuliert insgesamt im Kunstbereich mit Mehreinnahmen von 29.196 Euro auf 58.050 Euro. Diese sollen vor allem in die höheren Honorare für Lehrkräfte fließen.

Manche verdienen mehr, andere weniger

Unterschiedlich sollen sich auch die Honoraranpassungen auswirken. Mehr verdienen sollen künftig vor allem die freiberuflichen Lehrkräfte der Sparte Kunst: Ihr bisheriges Honorar von 32 beziehungsweise 34 Euro je 60 Minuten steigt auf 55,20 Euro für Lehrkräfte mit einschlägigem Studienabschluss und auf 45 Euro für Lehrkräfte mit einschlägiger Berufsausbildung oder noch nicht abgeschlossenem einschlägigem Studium. Notwendig ist das, um der Richtlinie des Landes NRW für Honoraruntergrenzen für den Kulturbereich gerecht zu werden.

Für Musiklehrkräfte mit abgeschlossenem einschlägigem Studium bleibt der aktuelle Satz von 1,09 Euro je Unterrichtsminute beziehungsweise 65,40 Euro je Stunde zunächst unverändert; sie verlieren jedoch die automatische Anpassung an künftige Tarifsteigerungen und könnten deshalb langfristig schlechter gestellt sein. Schlecht wirkt sich die Neuordnung auf  Musiklehrkräfte ohne abgeschlossenes einschlägiges Studium aus: Sie waren bisher studierten Lehrkräften gleichgestellt, künftig sollen sie nur noch 75 Cent je Minute beziehungsweise 45 Euro je Stunde erhalten.


Der Vorschlag der Stadtverwaltung wird zunächst im Bildungsausschuss am 21. September, dann im Finanzausschuss am 5. Oktober und final im Stadtrat am 12. Oktober besprochen und beschlossen. Alle Sitzungen sind öffentlich. (stes)