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Vom Weltjugendtag zur FührungsrolleMalteser Leverkusen haben einen neuen Chef

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Christian Görlich steht vor einem Rettungswagen

„Mir ist wichtig, dass wir in allen Stadtteilen präsent sind und als verlässlicher Partner für die Gesellschaft und die Bevölkerung wahrgenommen werden“, sagt der neue Stadtgeschäftsführer der Malteser Christian Görlich.

Seit Anfang 2025 ist Christian Görlich in Leverkusen aktiv und trägt nun offiziell Verantwortung für Haupt- und Ehrenamt der Malteser.

Christian Görlich ist der neue Stadtgeschäftsführer der Leverkusener Malteser. Er hat damit die Nachfolge von Tim Feister übernommen, der nach 15 Jahren diesen Posten abgibt, um sich auf seine Tätigkeit als Geschäftsführer des Bezirks Rheinland Nord Ost zu konzentrieren. Görlich arbeitet seit 16 Jahren hauptberuflich bei den Maltesern. Bereits 2005, als ehrenamtlicher Helfer beim Weltjugendtag, lernte er die Organisation kennen. „Es war ein großer Vorteil, selbst vor Ort als Helfer tätig gewesen zu sein. So erkennt man, worauf es wirklich ankommt und wie man Menschen am besten unterstützen kann“, sagt er.

Bereits seit Anfang 2025 ist er in Leverkusen verantwortlich für die Koordination von Hauptamt und Ehrenamt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Oliver Winrich sorgt er dafür, dass alle Abläufe Hand in Hand funktionieren und die Ehrenamtlichen sich gut unterstützt fühlen.

Allein das Zusammensitzen, ein kurzes Gespräch oder ein kleiner Trostmoment kann viel bewirken.
Christian Görlich, Dienststellenleiter Malteser

„Ich wollte diese Aufgabe sofort übernehmen. Hier in Leverkusen funktioniert die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt hervorragend, und ich wollte aktiv daran mitwirken, dass das so bleibt“, sagt der 37-Jährige. Zuvor hat er zwölf Jahre lang bei den Maltesern in Wuppertal und vier Jahre lang bei den Maltesern in Solingen gearbeitet.

Besonders prägend für ihn war die Zeit während der Flüchtlingskrise: „Da begegnete ich Menschen, die körperlich erschöpft waren und einfach froh, in einem sicheren Land angekommen zu sein. Allein das Zusammensitzen, ein kurzes Gespräch oder ein kleiner Trostmoment kann viel bewirken.“

Der Nachwuchs fehlt

Er weiß, wie Verwaltungsabläufe funktionieren und ist mit  der Arbeit in der Buchhaltung und der Einsatzplanung vertraut. „Das ist ein großer Vorteil, weil ich die gesamte Organisation von innen heraus kenne. So kann ich viel schneller Entscheidungen treffen, Probleme erkennen und die Ehrenamtlichen unterstützen“, sagt Christian Görlich.

Seit seinem Start in Leverkusen hat er bereits zahlreiche Kontakte geknüpft. „Ich möchte für unsere Ehrenamtlichen verlässlich ansprechbar sein – bei organisatorischen Fragen ebenso wie bei ganz alltäglichen Anliegen rund um ihr Ehrenamt“, erklärt er.

Ein zentrales Thema bleibt die Gewinnung von Nachwuchs. Besonders im sozialen Ehrenamt, wie Besuchs- und Begleitdiensten oder im Katastrophenschutz, ist die Nachfrage nach Helfenden hoch. „Der Alltag, ob beruflich oder privat, kann schon sehr fordernd sein. Es ist nicht immer einfach, ein Ehrenamt unterzubringen. Aber jede helfende Hand zählt, und wir wollen den Menschen zeigen: Bei uns kann man sich sinnvoll engagieren.“

Im sozialen Ehrenamt besuchen Freiwillige Menschen zu Hause, begleiten sie zum Einkaufen, unterstützen im Haushalt oder treffen sich zum gemeinsamen Kaffee.

Strukturen stärken, Ehrenamt fördern

Eine weitere wichtige Aufgabe der Malteser ist der Katastrophenschutz. Dazu gehören Rettungsdienste, Betreuung von Betroffenen bei Großschadenslagen, die Absicherung von Veranstaltungen sowie die Versorgung großer Menschengruppen im Notfall. Weitere Aufgabenbereiche sind Technik und Sicherheit.

Neue Ehrenamtliche werden zunächst in die Strukturen eingeführt. Für das soziale Ehrenamt reicht meist ein Kennenlernen am Wochenende, um die Abläufe zu verstehen. Im Rettungsdienst oder Sanitätsdienst fällt der Aufwand größer aus, ist aber berufsbegleitend möglich. „Wer aktiv am Menschen helfen möchte, muss sich Zeit nehmen. Aber die Erfahrungen, die man hier sammelt, bereichern oft auch den eigenen Alltag.“

Sichtbarkeit und Digitalisierung

Die Sicherheit der Helferinnen und Helfer ist für Christian Görlich ein zentraler Punkt. Alle Ehrenamtlichen werden geschult, die Abläufe sind klar geregelt, und bei Bedarf kann Hilfe angefordert werden. Nachsorgeangebote sollen dabei unterstützen, belastende Situationen zu verarbeiten. „Unsere Helfenden machen diese Arbeit freiwillig. Es ist unsere Pflicht, sie bestmöglich zu schützen und zu unterstützen“, sagt Christian Görlich.

Höhere Sichtbarkeit und mehr Tempo bei der Digitalisierung sollen dafür sorgen, dass die Malteser in Leverkusen langfristig gut aufgestellt sind. „Mir ist wichtig, dass wir in allen Stadtteilen präsent sind und als verlässlicher Partner für die Gesellschaft und die Bevölkerung wahrgenommen werden. Gleichzeitig treibt mich der Wunsch an, die Menschen direkt zu unterstützen. Sei es im Katastrophenschutz oder durch soziales Ehrenamt, wie dem Herzenswunschkrankenwagen oder dem Besuchs- und Begleitdienst.“


Besuchsdienst mit Hund: Die Malteser in Leverkusen erweitern ihr Angebot und suchen Ehrenamtliche für einen Besuchsdienst mit Hund. Ältere, kranke oder einsame Menschen sollen regelmäßig besucht und im Alltag begleitet werden. Willkommen sind Menschen mit freundlichem, gut sozialisiertem Hund sowie Interessierte für organisatorische Aufgaben. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, eine Schulung und ein Eignungstest bereiten die Teams vor. Kontakt: Kerstin Fischer unter: Telefon 0221 6909 4851 oder E-Mail an soziales.ehrenamt.dgs.koeln@malteser.org.