Beim Weihnachtsbasar der Naturschutzverbände in Leverkusen wurde für einen guten Zweck Geld gesammelt: Ein 2500 Quadratmeter großes Feuchtgebiet soll gekauft und dadurch geschützt werden.
Weihnachtsbasar in WiesdorfLeverkusener Naturschützer brauchen Geld, um Kleinod zu kaufen

Regine Kossler hat sich dem Schutz von Siebenschläfern verschrieben.
Copyright: Timon Brombach
Der Klimawahnsinn und die Adventszeit haben eines gemeinsam: Sie holen uns schneller ein als gedacht. Wer vom ersten Advent also überrascht wurde, fand im Wiesdorfer Matthäus-Gemeindehaus nicht nur alles, was glitzert und glänzt, was köstlich schmeckt und herrlich duftet. Da es sich um einen Naturschutz-Weihnachtsbasar handelt, wurden auch Nistkästen, Ökoprodukte und gute Ratschläge von Naturschützern feilgeboten.
Die Adventszeit ist die Zeit der Nächstenliebe. Bei den Naturschutzverbänden gibt es einen besonderen Blick auf sie, erklärt BUND-Sprecherin Ingrid Mayer: „Um Natur für die Menschen zu schützen, muss man sie leider vor den Menschen schützen.“ Das Ziel des diesjährigen Basarprojekts sei daher die Sicherung eines Naturkleinodes, östlich von Leverkusen in Dierath. Für einen Euro pro Quadratmeter können Nabu und BUND das 2500 Quadratmeter kleine Feuchtgebiet rund um den Ölbach kaufen, um dieses vor einer anderen Nutzung zu schützen. „Durch unsere Pflege der Frösche, Libellen, Sumpftopfblumen und anderen Arten dort, soll sich das ganze zu einem Paradies für den Artenschutz und zu einer Bereicherung für die Natur in Leverkusen entwickeln“, so Mayer.
Nabu-Chef Erich Schulz: „Das unterscheidet uns einzigartig“
Seit nun über vierzig Jahren gibt es den Basar nun schon, zwar ist er mehrmals umgezogen, aber der Kern ist laut dem Vorsitzenden des Leverkusener Nabu, Erich Schulz, immer der Gleiche geblieben: „Alles hier steht im Zeichen des Naturschutzes, das unterscheidet uns einzigartig von der großen Konkurrenz an anderen Basaren.“

Der Vorsitzende des Leverkusener Nabu, Erich Schulz, informiert mit Verbandsfreund Reinhard Dettlaff über Vögel.
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Neben dem übergeordneten Projekt stünden auch die verschiedenen Stände im Dienst des Naturschutzes. Ob es der Verkauf von Nistkästen und Futterhäuschen für Vögel ist, von Karten aus Recyclingpapier oder das Trödeln und damit Weiterverwenden von Altem. „Ja, das hier ist ein Basar, es geht hier ums Verkaufen, aber viel wichtiger sind auch die vielen intensiven Austausche mit den Besuchern, die hier stattfinden“, findet Schulz. Sein Thema seien Vögel: Soll man füttern? Wann? Wie? Wo sind die Amseln im Garten hin? Und was kann man gegen Elstern tun? Fragen, mit denen der Naturschützer heute gelöchert wird.
Der Siebenschläfer hingegen ist Regine Kosslers Thema: „Da gibt es ein Tier in Leverkusen, dem der Lebensraum genommen wird, was fast keiner kennt.“ Darum hat die Artenschutz-Botschafterin eine Sammlung an Siebenschläfer-Spielen und -Büchern sowie eine „Siebenschläfer-TV“-Webcam zusammengestellt, die im letzten Jahr weltweit immerhin rund 73.000-mal geklickt wurde.
Auf dem Basar wird an einem Tisch über den Erhalt der Lebensräume des Siebenschläfers in Leverkusen philosophiert und im nächsten Moment über Omas Eierlikör-Rezept und Opas Laubsägearbeiten sinniert. Nikoletta Dahrendorf bewundert besonders das angebotene Kunsthandwerk: „Deko für zu Hause kann man einfach nie genug kaufen.“ Dass sie dabei mit dem Kauf auf dem Naturschutz-Basar noch etwas gegen den Klimawandel tun kann, gefalle ihr und mache das ganze besonders schön: „Weihnachten mit all dem Überfluss und Konsum muss also nicht zwangsläufig auf einem viel zu großem ökologischem Fußabdruck stehen.“
