Das neu gegründete „Dartwerk Leverkusen“ hat eine Kneipe in Eigenleistung zum modernen Vereinsheim umgebaut.
Neuer Dartverein in BürrigEin eigenes Reich für die Pfeile

Der zweite Vorsitzende Christian Claaßen (l.) und Jugendleiter Johannes Grabarz an der Bar im neuen Vereinsheim.
Copyright: Charlotte Breidohr
Sieben Dartscheiben, Bildschirme für die Punkteanzeige, dazu eine Bar und viel Platz zum Zusammensitzen: Im „Bürriger Fass“ ist auf 250 Quadratmetern ein neues Zuhause für den Dartsport in Leverkusen entstanden. Der vor wenigen Monaten gegründete Verein Dartwerk Leverkusen trainiert bereits fleißig in der früheren Kneipe, nur einige Holzpaneele zur Dekoration fehlen noch. Fünf Monate haben die Mitglieder umgebaut, vieles davon in Eigenleistung der knapp 50 Mitglieder.
Darts zwischen Gymnastik und Fußball
Bis zur Selbstständigkeit im Mai 2026 gehörten die Spieler zur Dartsportabteilung des TuS Roland Bürrig, in der sie seit 2022 aktiv waren. Die dortige Mehrzweckhalle teilten sie sich mit der Gymnastikabteilung und den Fußballmannschaften. Das bedeutete Aufwand und zeitliche Einschränkungen, erklärt der zweite Vorsitzende Christian Claaßen: „Wir mussten immer wieder auf- und abbauen.“ Rund zwei Jahre suchte die Gruppe nach eigenen Räumen. Im „Bürriger Fass“ passten schließlich Größe und Lage. Die Nähe zu Bus und S-Bahn sei auch für die Anreise anderer Ligamannschaften praktisch, sagt Claaßen. Nun haben die Spieler dauerhaft Platz für ihre Ausrüstung.
Zu den sieben modernen und großzügigen Spielbereichen gehören beleuchtete Scheiben mit Auffangringen für fehlgeleitete Pfeile, Bildschirme zur Bedienung und Punkteanzeige sowie mit Filz ausgelegte, hochklappbare Bahnen. So bleibt genügend Raum zum Warmwerfen und Zuschauen.
Gemeinsam gebaut
Den Entwurf der Räume und die handwerkliche Umsetzung haben die Mitglieder weitgehend selbst übernommen: Elektriker, Dachdecker, Handwerker und IT-Fachleute brachten ihre Kenntnisse ein. „Das ist der Vorteil, wenn man einen Verein mit fast 50 Mitgliedern hat, da hat jeder einen anderen Beruf und kann unterstützen“, sagt Jugendleiter Johannes Grabarz. Claaßen ergänzt: „So kann man dann auf einmal ein eigenes Vereinsheim bauen. Da sind wir mehr als stolz drauf.“

Christian Claaßen und Johannes Grabarz beim Dartspielen. Die dekorativen Holzpaneele fehlen noch, trainiert wird bereits.
Copyright: Charlotte Breidohr
Der Umbau kostete insgesamt rund 20.000 Euro. Zusätzlich unterstützten drei Firmen als Sponsoren den Verein mit Material und Arbeitsleistungen, etwa bei Fliesen und Klimaanlage. Als Nächstes soll der Keller renoviert werden, in dem sich noch eine Kegelbahn befindet. Eine Eröffnungsfeier gab es bislang aus Zeitgründen nicht, sie soll Ende des Jahres zusammen mit der Weihnachtsfeier nachgeholt werden. Denn jetzt möchte gespielt werden: Zwei Mannschaften treten für das Dartwerk an. Die Erwachsenen spielen in der Bezirksliga, die U18 in der Kreisliga. Zur Jugend gehören 13 Spieler zwischen elf und 16 Jahren, darunter zwei Mädchen. Die Saison läuft von September bis Mai, in der Sommerpause bleibt Zeit für gemeinsame Fahrten und Ausflüge.
Es ist ein Sport, den jeder spielen und lernen kann. Dart kann man auch nur mit einem Arm oder im Rollstuhl spielen
Claaßen ist selbst international im Parasport unterwegs. Dass Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen mitspielen können, ist ihm wichtig. „Es ist ein Sport, den jeder spielen und lernen kann. Dart kann man auch nur mit einem Arm oder im Rollstuhl spielen. Wir sind ein inklusiver Verein, ich bin selbst im Parasport international unterwegs und da sind wir stolz drauf“, sagt der 44-Jährige.
Gespielt wird Steeldart, also mit Stahlspitzen statt mit Kunststoffspitzen wie beim elektronischen Dart. Die geworfenen Punkte müssen die Spieler selbst zusammenrechnen. Grabarz sieht darin auch eine Gelegenheit, das Kopfrechnen zu üben: Durch die ständige Wiederholung prägten sich die Zahlen ein, somit lernen Kinder auch einfacher das Kopfrechnen.
Seit zwei Jahren besteht zudem eine Kooperation mit der Sekundarschule Leverkusen. Der Verein hat Ausrüstung für die Dartspiel-AG gespendet und stellt sich regelmäßig beim Tag der offenen Tür vor. Drei Schüler sind inzwischen fest im Verein dabei. Neben dem Sport zählen für die Mitglieder vor allem die Gemeinschaft und die Atmosphäre, und dafür bietet das eigene Vereinsheim jetzt auch abseits der Dartscheiben Platz.
Zweimal wöchentlich Training
Interessierte können sich über die Homepage oder soziale Medien melden oder während der Trainingszeiten vorbeischauen. Die Jugend trainiert zweimal wöchentlich von 17 bis 19 Uhr. Die Erwachsenen treffen sich meist dienstags und donnerstags ab 19 Uhr.
