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Neubau in LeverkusenNeuer Investor startet Bauarbeiten für Alkenrather Seniorenhochhaus

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Bagger auf Die Baufirma rodet aktuell Rodungen, bevor ab 1. März die Schonfrist das verbietet.

Die Baufirma rodet aktuell Rodungen, bevor ab 1. März die Schonfrist das verbietet.

Das Bauprojekt um ein Seniorenhochhaus und eine Kita am Alkenrather Weiher drohte schon zu scheitern, nun ist ein neuer Investor aktiv.

Seit vielen Jahren liegt das ehemalige Gelände der evangelischen Kirche in Alkenrath brach – seit wenigen Tagen aber sind am Alkenrather Weiher rege Aktivitäten zu beobachten: Bagger roden das Gelände, Holz stapelt sich, Bauzäune wurden errichtet.

Im Februar 2023 hatte die Stadt per Satzungsbeschluss die Planung für den Bau eines Seniorenhochhauses plus angrenzender Kita freigegeben. Seitdem hakte es daran, dass von Seiten des Investors Unterlagen fehlten, um den Bauantrag abschließend zu bearbeiten. Deswegen hatte der Stadtrat 2024 noch einmal einer Fristverlängerung zugestimmt, so mancher fürchtete schon, dass das Projekt komplett auf Eis gelegt würde und die maroden Gebäude auf Jahre hinaus weiter verfallen würden.

Vor dem alten Glockenturm hat die Firma Urwohnen plakatiert.

Vor dem alten Glockenturm hat die Firma Urwohnen plakatiert.

Auf Anfrage bestätigt die Stadtverwaltung nun: Ja, die Unterlagen für die Bauanträge seitens des Investors liegen mittlerweile alle vor und sind von der Stadt bereits genehmigt worden. „Die Vorhabenträgergesellschaft nutzt noch bis Ende Februar die Zeit, um das Grundstück für die Baumaßnahmen vor der Schonfrist für die Flora und Fauna ab dem 1. März vorzubereiten“, heißt es weiter. Danach würden die Abrissarbeiten auf dem Grundstück beginnen.

Investor hat Projekt verkauft

Was sie nicht sagt: Der ursprüngliche Investor, die CC Coeln Consult, hat das Projekt verkauft. Aktuell wird es noch auf der Internetseite der SPC Schneider Project Consult gelistet, dieses ebenfalls Kölner Unternehmen ist personell eng mit CC Coeln Consult verbunden. SPC allerdings ist ebenfalls nicht mehr Inhaber des Grundstückes. „Wir haben das Objekt verkauft“, bestätigt eine Mitarbeiterin. Der neue Bauträger ist nun die Firma Urwohnen mit Sitz in Pulheim. Diese war telefonisch am Mittwoch nicht erreichbar.

Das Gelände liegt idyllisch am Alkenrather Weiher

Das Gelände liegt idyllisch am Alkenrather Weiher

Im Internet beschreibt sich die Urwohnen-Gruppe als „Generalplaner in den Bereichen klassischer und spezieller Wohnungsbau“. In der aktuellen Projektliste finden sich Bauten, die dem Vorhaben in Alkenrath ähneln: etwa ein Wohnkomplex mit Tagespflege in Kerpen-Buir und in Pulheim-Stommeln.

Zwei Bauten auf 6600 Quadratmetern

Der Satzungsbeschluss in Leverkusen sieht eine zweigeteilte Bebauung des 6600 Quadratmeter großen Geländes entlang des Alkenrather Weihers vor: Vorne zur Alkenrather Straße hin soll ein siebenstöckiges Seniorenwohnhaus gebaut werden, mit etwa 60 Plätzen für betreutes Wohnen und 20 Plätzen für Tagespflege. Im hinteren Teil entlang der Geschwister-Scholl-Straße soll eine achtgruppige Kita für bis zu 120 Kinder entstehen. Die Schneider Projekt Consult bezifferte auf seiner Seite das Projektvolumen mit 24,9 Millionen Euro.

Gegen den Bebauungsplan gab es Widerstand aus der Nachbarschaft: Das Wohnhaus sei zu hoch und würde sich nicht gut in die bestehende Bebauung einfügen, hieß es. In Bezug auf die Kita bestand die Sorge vor zu viel Hol- und Bringverkehr in der engen Geschwister-Scholl-Straße. Die öffentliche Auslegung und Bürgerbeteiligung fand wegen der Coronapandemie digital statt, Bedenken mussten schriftlich eingereicht werden. Auch daran gab es Kritik. Die Stadt blieb weitgehend bei ihren Plänen, alle Stellungnahmen seien gemäß gesetzlicher Vorgaben behandelt worden.

Unklar ist, ob nun beide Bauten durch die Urwohnen-Gruppe realisiert werden und in welchem Zeitrahmen. Der Investorenwechsel und der Start der Bauarbeiten lassen aber darauf schließen, dass die unansehnlichen Ruinen am Alkenrather Weiher bald Geschichte sein könnten.